Skip to content
EntityQ62256· pop 17· linked from 16 articles

Bruno Lüdke

Sign in to save

German alleged serial killer (1908–1944)

Music · MusicBrainz

via MusicBrainz · CC0

Described at

Bruno Lüdke | Stolpersteine in Berlin

stolpersteine-berlin.de

Auf der Seite „Stolpersteine Finden“ bieten wir eine Karte an, die über Maptiler eingebunden wird. von 10. Dezember 1943 bis bis April 1944 im Kriminalmedizinischen Zentralinstitut der Sicherheitspolizei in Wien Gedenkrede zur Stolpersteinverlegung für Bruno Lüdke am 28. August 2021 (verfasst von Prof. Dr. Susanne Regener und Dr. Axel Doßmann) Hier in Köpenick wurde Bruno Lüdke 1908 als viertes von sechs Kindern geboren. Mit elf Jahren, nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, kam er auf eine damals so genannte Hilfsschule. Bruno Lüdke war geistig eingeschränkt. Sein Klassenlehrer betonte, dass er sich „stets willig, freundlich und dienstbereit“ gezeigt habe. Mit 14 Jahren verließ Bruno die Schule und arbeitete fortan im Wäschereibetrieb seiner Eltern, als Kutscher und Handlanger – hier in der Grünen Trift. Es gibt von Bruno Lüdke nur zwei Fotografien aus privatem Zusammenhang – diese dort zeigt ihn im Sonntagsanzug mit Pferd vor dem Haus der Eltern, aufgenommen von einem Wander-Fotografen. Dort etwa, nur wenige Meter von hier entfernt, muss Lüdke gestanden haben. Das vordere Haus ist erst nach dem Krieg gebaut worden. Wir wissen nicht genau, in welchem Jahr das Foto aufgenommen wurde, vermutlich in den 1930er-Jahre. Was wir aber genau wissen: Ab 1933 wurde Lüdkes geistige Entwicklung lebensgefährlich. Denn über den Wert von Menschenleben konnten jetzt die Nationalsozialisten entscheiden. Sie machten die Gesetze. Doch nicht nur NSDAP-Mitglieder zeigten Menschen an, unterstützten das Erbgesundheitsgesetz. Die Diagnose „angeborener Schwachsinn“ für Bruno Lüdke gab 1938 ein demokratisch gesinnter Mann, der später Widerstandskämpfer wurde. Lüdkes Mutter Emma und die beiden Schwestern Margarete und Herta hatten sich vor Gericht zunächst gegen die Zwangssterilisation Lüdkes ausgesprochen – bis sie schwach wurden und zustimmten. Gegen einen Köpenicker Förster konnte sich die Familie aber durchsetzen. Dieser Nachbar hatte Lüdke in eine Heil- und Pflegeanstalt bringen wollen. In der nationalsozialistischen Leistungsgesellschaft war es die amtliche Einschätzung „arbeitsfähig“, die auch Lüdke davor schützte, ein Opfer des Krankenmords in der „T4-Aktion“ zu werden. Doch Anfang 1943 wurde Bruno Lüdke verhaftet, in einer Mordsache verhört und dann – wir können den Verlauf hier nur sehr kurz wiedergeben – nicht mehr freigelassen. Die polizeiliche „Fabrikation eines Verbrechers“ begann: Man fotografierte ihn an Tatorten, vermaß seinen Körper, machte falsche Versprechungen, erpresste vermeintliche Geständnisse – alles diente der Idee, das Böse sichtbar zu machen. Lüdke wurde von Kriminalpolizisten aus dem Reichssicherheitshauptamt, der Berliner Polizei und auch von Kriminalanthropologen aus Wien rassenbiologisch und polizeilich als Täter drangsaliert. Als man genug Bilder und Körperdaten, ja sogar Abgüsse von Kopf und Händen hergestellt hatte, entledigten sich die Täter ihres Versuchsobjektes. Bruno Lüdke wurde im April 1944 durch vergiftete Munition in Wien ermordet – das blieb „Geheime Reichssache“. Was an Akten und Artefakten von Lüdke übrig blieb, sollte später in einem Kriminalmuseum den gefährlichen „Berufsverbrechers“ illustrieren. Die alliierte Befreiung vom Nationalsozialismus kam für Lüdke zu spät. Doch auch im Nachkriegsdeutschland wurden die Lügen und rassistischen Werturteile über den Köpenicker Kutscher aufgegriffen und sogar fantasiereich ausgebaut. 1946 begann die journalistische „Fabrikaktion eines Verbrechers“, vor allem durch Rudolf Augstein im SPIEGEL und im Boulevardblatt MÜNCHNER ILLUSTIERTE wurde der vermeintliche Kriminalfall überhaupt erst öffentlich gemacht. True Crime und erinnerungspolitische Fake News gingen Hand in Hand. Die Figur des Serienmörders half dabei, über die wahren deutschen Massenmörder wortreich zu schweigen. Die Schwestern Lüdkes hier in Köpenick waren entsetzt. Sie blieben von der Unschuld ihres Bruders überzeugt, sie protestierten. Doch ihr Widerspruch fand erneut kein Gehör. Einer, der diese T

Excerpt from a page describing this subject · 9,501 chars · not written by Vinony