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Efim Schachmeister | Stolpersteine in Berlin
stolpersteine-berlin.de →Auf der Seite „Stolpersteine Finden“ bieten wir eine Karte an, die über Maptiler eingebunden wird. Efim Schachmeister war ein bekannter Berliner Musiker, der prägend für den deutschen Jazz in den 1920er und beginnenden 1930er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde und ein berühmtes Orchester leitete. Den Nazis war er als Jazzmusiker und Jude gleich doppelt verhasst. Um sein Leben zu retten, verließ er Deutschland schon im Jahre 1933. Efim Schachmeister wurde am 22. Juli 1894 in Kiew geboren; seine Eltern waren Juden und kamen aus dem Gebiet der heutigen Ukraine, das damals zum russischen Reich gehörte. Oft liest man den Zusatz „Chaim“ zu seinem Namen, Chaim ist jedoch schlicht die hebräische Form von Efim. Laut Angaben aus seiner Familie wurde er im vertrauten Kreis „Fima“ genannt, er selbst nannte sich jedoch „Efim“. Sein Vater Schevel Schachmeister war Kaufmann, der Beruf der Mutter Anna, geborene Reichmann, ist unbekannt. Efim hatte drei Geschwister: Augustine war die Jüngste und wurde Genia genannt. Bruder Leo sollte später in Efims Orchester Klavier spielen. Die zweite Schwester Maria wurde in der Familie Manja genannt. Der Nachname „Schachmeister“ ist mit Sicherheit die eingedeutschte Form des ursprünglichen Namens Chaissowsky, wie man ihn noch im Jahrbuch des Stern’schen Konservatoriums von 1910 unter Efims Eintrag finden kann. Im Alter von acht bis neun Jahren besuchte Efim nach häuslichem Unterricht das Gymnasium in Kiew, gleichzeitig erhielt er am dortigen Kaiserlichen Konservatorium professionellen Geigenunterricht. Viel mehr ist über seine Kindheit nicht bekannt. 1910 – Efim war 16 – entschied sich die Familie, nach Berlin zu ziehen. Laut Angaben der Familie war es wohl Efims Begabung, die die Auswanderung ins Deutsche Reich auslöste – denn er hatte die Möglichkeit, seine musikalische Ausbildung am Stern’schen Konservatorium, einer angesehenen Musikhochschule in Berlin, fortzusetzen. Und tatsächlich studierte er dann in der dortigen Violinklasse von Professor Alexander Friedemann weiter. 1913 beendete er sein Studium und begann seine bald erfolgreiche Musikerkarriere. Die Schachmeisters wohnten in Schöneberg, der Vater wird in den Berliner Adressbüchern erst als Graveur, dann als Tabakladenbetreiber und später Fabrikant geführt, was mit aller Wahrscheinlichkeit bedeutet, dass er in den 1920er Jahren ein mittelständisches Unternehmen führte. 1918 reiste Efim in seine Geburtsstadt Kiew. Dies muss zwischen März und Dezember geschehen sein, da er in einem später gestellten Staatsbürgerschaftsantrag angibt, Kiew in der Zeit besucht zu haben, als deutsche Truppen die Ukraine besetzt hielten. Wie lang er dort blieb und zu welchem Zweck er die Reise antrat, ist nicht überliefert. Nach eigenen Angaben heiratete er dort Rosa Nodelmann, die in späteren Jahren in den Berliner Adressbüchern als Künstlerin aufgeführt ist. Ob die beiden sich schon vorher kannten, weiß man nicht. Efim gibt an, gleich nach der Heirat mit seiner Frau nach Berlin zurückgekehrt zu sein. Bereits um 1915 war Efim Schachmeister Mitglied der damals so genannten „Zigeuner-Kapelle“ Popescu geworden, die er ab 1923 leitete. Ein Jahr später trat er eine Deutschland-Tournee an, an deren Ende ein Engagement im berühmten Hotel Excelsior am Anhalter Bahnhof stand. Er spielte in den bekanntesten Berliner Nobel-Tanzlokalen mit international berühmten Musikern und erwarb den Ehrentitel „König aller Tanzgeiger“. Ab Mitte der 1920er Jahre begann Schachmeister, seinen Stil von der Tanz- und Salonmusik in Richtung Jazz und Blues zu verändern. Ende der 1920er Jahre starb Efims Mutter Anna. Sie wurde im August 1928 auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee begraben. Vater Schevel lebte fortan allein in der Hauptstraße 5 in Schöneberg, die anderen Kinder waren ausgezogen. Etwa zu dieser Zeit trennte sich Efim von seiner Frau Rosa, der Grund und der genaue Zeitpunkt sind nicht bekannt. Offenbar ließ sich das Ehepaar trotz Trennung nicht scheiden. Nach seinen Angaben in ei
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Wikidata facts
- Instance of
- human
- Given name
- Efim
- Gender
- male
- Citizenship
- German Reich
- Place of birth
- Kyiv
- Place of death
- Buenos Aires
- Occupation
- jazz musician
- Educated at
- Stern Conservatory
- Languages spoken
- German
- Residence
- Tempelhof-Schöneberg
Show 5 more facts
- date of birth
- 1894-07-22
- date of death
- 1944-10-06
- Commons category
- Efim Schachmeister
- P8168
- Zsolt Durkó
- described at URL
- www.stolpersteine-berlin.de/biografie/6366
Sources (2)
via Wikidata · CC0