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Person · Open Library
- Born
- 1887
- Died
- 1942
- Works
- 12
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Erich Kuttner | Stolpersteine in Berlin
stolpersteine-berlin.de →Auf der Seite „Stolpersteine Finden“ bieten wir eine Karte an, die über Maptiler eingebunden wird. Erich Kuttner wurde am 27. Mai 1887 am Nollendorfplatz in Schöneberg bei Berlin als Kind des Kaufmanns Bernhard Kuttner und dessen Frau Charlotte geboren. Seine Schulzeit schloss er am Königlichen Wilhelms-Gymnasium im Tiergarten (im Volksmund „Lackstiebel-Gymnasium“ genannt) mit dem Abitur ab. Er studierte Jura und war seit 1909 Referendar am Berliner Kammergericht. Gleichzeitig engagierte er sich in der linksliberalen Demokratischen Vereinigung (DV) und machte erste journalistische Erfahrungen beim DV-Parteiorgan Das Freie Volk. Nach disziplinarischem Verweis und weiteren Konflikten mit seinem Dienstherrn am Kammergericht entschied er sich gegen die Justizlaufbahn. Ein weiterer Einschnitt in seiner Biographie nur wenige Monate später war der Austritt aus der jüdischen Religionsgemeinschaft am 3. Mai 1911. Die Quote solcher Austritte – oft verbunden mit dem Übertritt zum Christentum – war um diese Zeit besonders bei jungen Männern hoch. Nach dem Wahldesaster der Demokratischen Vereinigung bei den Reichstagswahlen trat Kuttner 1912 zur SPD über. 1913 hatte er mit der Broschüre Klassenjustiz! seine erste eigenständige Veröffentlichung und ab Juli seine erste dauerhafte Anstellung bei der in Chemnitz erscheinenden Volksstimme. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er in Frankreich, Belgien und Russland und wurde 1916 am linken Arm so schwer verletzt, dass er nicht mehr in den Krieg zurückkehren konnte. Er wurde Redakteur beim Vorwärts (1916–1922) und zu einem der Hauptinitiatoren der Selbsthilfeorganisation Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehemaligen Kriegsteilnehmer. Bei den Spartakus-Unruhen im Januar 1919 kämpfte er auf der Seite der neuen Republik und erschoss als Mitglied der Schutztruppen für die Regierung Ebert-Scheidemann einen Mann. Obwohl das gerichtliche Ermittlungsverfahren eingestellt wurde (nach Ansicht der Staatsanwaltschaft lag Notwehr vor), griffen Kuttners politische Gegner das Ereignis immer wieder auf, um ihn als „Arbeitermörder“ zu denunzieren. Zwischen 1919 und 1933 strengte er deshalb – jedes Mal mit Erfolg – neun Prozesse wegen Verleumdung und übler Nachrede an. 1921 wurde er als einer der jüngsten Vertreter der SPD in den Preußischen Landtag gewählt, dem er bis 1933 angehörte. 1920 veröffentlichte er, noch unter dem Eindruck des Kapp-Putsches, das satirische Gedichtbändchen Die erdolchte Front, in dem er den Offizieren – im Gegensatz zum heldenmütig kämpfenden deutschen Volk – die Schuld an der Kriegsniederlage zuschrieb. Ab 1922 war er Schriftführer der sozialistischen Wochenschrift für Literatur und Politik Die Glocke und ab 1924 Hauptredakteur des Satiremagazins Lachen Links. In den Landtagsdebatten polemisierte er gegen die stärker werdende Fraktion der NSDAP und besonders gegen Joseph Goebbels, dem er immer wieder vorwarf, sich vor der Teilnahme am Ersten Weltkrieg gedrückt zu haben und insofern kein Patriot zu sein. Kuttner selbst wurde in den Debatten wegen seiner Herkunft beschimpft – so etwa in der Sitzung vom 22. Juni 1932 „als Judenjunge hemmungslosester Art“. In seinem Engagement gegen den Antisemitismus wurde er Mitglied im Kreis jüdischer, ehemals jüdischer und nicht-jüdischer Sozialdemokraten und beim Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. Trotz der verfassungswidrigen Auflösung des Landtages, kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme am 6. Februar 1933, fanden unter vielen Behinderungen am 5. März Neuwahlen für den Preußischen Landtag statt. Kuttner kandidierte erneut, wurde festgenommen und erhielt mit seiner dreistündigen Haft am Wahltag einen Vorgeschmack auf die künftigen Ereignisse. Nachdem er bereits Mitte Februar mit seiner nichtjüdischen Frau Frieda Gütertrennung vereinbart hatte, traf das Ehepaar nun weitere Schutzvorkehrungen. Am 24. März zogen sie nach Schöneberg. Die Spuren verlieren sich für die Zeit zwischen Ende März und Anfang Mai. Es gibt Indizien dafür, dass Kuttne
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- Image
- Stolperstein Burgherrenstr 4 (Templ) Erich Kuttner.2011.jpg
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- date of birth
- 1887-05-27
- date of death
- 1942-10-06
- Commons category
- Erich Kuttner
- name in native language
- Erich Kuttner
- P8168
- Dobra
- described at URL
- www.stolpersteine-berlin.de/biografie/1245
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