Skip to content
EntityQ1259067· pop 21· linked from 49 articles

Fondaco dei Tedeschi

Sign in to save

palace in Venice

Described at

Fondaco dei Tedeschi – Historisches Lexikon Bayerns

historisches-lexikon-bayerns.de →

Innenhof der deutschen Handelsniederlassung in Venedig, Kupferstich von Raphael Custos, Domvs Germanorvm emporica, 1616. Text: Pro solis solius Germaniae superioris mercatoribus quondam exstructa. Nur für Hochteütsche Kauffleüt ist Dis Hauß erbawt vor alter frist. (Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Graphische Sammlung, Inventar-Nr. HB 2300, Kapsel-Nr. 1228) Im 13. Jahrhundert entstand in Venedig der Fondaco dei Tedeschi. Er war zentrale Basis süddeutscher Kaufleute für Italien und den Mittelmeerraum. Nachdem der Fondaco 1318 und abermals 1505 abbrannte, wurde bis 1508 ein gewaltiger Neubau errichtet. An der Ausstattung des Handelshauses beteiligten sich bedeutende Künstler, u. a. Tizian (gest. 1576). Der Fondaco beherbergte zeitweise mehr als 100 Händler und war Zentrum für die deutsche Kolonie in Venedig. Ab dem 16. Jahrhundert nahm die Bedeutung des Fondacos infolge der neu entdeckten Handelsrouten nach Indien ab. Nach seiner Aufhebung 1805 wurde der Gebäudekomplex des Fondacos lange Zeit als Zollamt verwendet; 2016 wurde dort ein Einkaufs- und Kulturzentrum eingerichtet. Die Etymologie des italienischen Wortes fondaco verweist auf die weite Verbreitung der Einrichtung rund um das Mittelmeer: Vom Griechischen pandocheion, "Herberge", kam es durch phoundax, "Getreidespeicher", über das Arabische funduq, pl. fanadiq, lat. fonticus in europäischen Gebrauch. Fondaco bezeichnete in der Regel einen großen, burgähnlichen Komplex, der als Handelsniederlassung diente. Er konnte Verwaltungsgebäude, Herberge, Lagerhäuser und -plätze, Ställe, Kirche, Bade- und Backhaus umfassen. Im Mittelalter besaßen viele Handels"nationen" eigene Fondaci in den levantinischen, nordafrikanischen und südeuropäischen Handelsplätzen. Einer der bedeutendsten war der Fondaco dei Tedeschi von Venedig, der "Handelshof der Deutschen". Die Stadt richtete nur dieser "Nation" ein eigenes Haus ein - osmanische Händler durften seit 1621 einen eigenen Hof pachten, den Fondaco dei Turchi. Nachdem Bemühungen um die Gründung eines deutschen Fondacos in Mailand im 15. Jahrhundert scheiterten, blieb das venezianische Haus der einzige Fondaco für Deutsche am Mittelmeer. Das von der Seerepublik wohl unter Zutun des Münchner Großkaufmanns Bernardus Teutonicus (gest. 1215) gegründete Deutsche Haus, das 1228 erstmals erwähnt wurde, war zunächst verpachtet, ab 1266 in städtischer Hand. Nach Vorbildern aus Konstantinopel diente die Einrichtung der Beförderung und Abschöpfung des fremden Handels. Im Gegensatz zu ähnlichen arabischen Einrichtungen wurde keine Selbstverwaltung gewährt; das Haus stand vielmehr unter der Aufsicht von städtischen Kontrolleuren. Spätestens seit 1268 werden Visdomini al fontego dei Tedeschi genannt, für die sich keine Akten erhalten haben; ab 1492 allerdings waren zwei Konsuln der deutschen Kaufmannschaft zugelassen. Die Fernhändler aus dem Norden durften in Venedig bis Anfang des 16. Jahrhunderts nicht außerhalb des Handelshofs wohnen und mussten für ihre ausschließlich mit Bürgern der Stadt abzuschließenden Geschäfte dolmetschende Makler, sogenannte sensali, heranziehen. Für diese wurden 1266 strengere Regeln verfasst; ihre Zahl wurde 1314 von 20 auf 30 erhöht. Gemäß dem Kaiserpaktum mit Friedrich Barbarossa (reg. 1152-1190, Kaiser seit 1155) aus dem Jahre 1177 war Reichsangehörigen ein direkter Handel über Venedig hinaus untersagt – im Jahre 1358 verfügte der venezianische Senat auf Wunsch Kaiser Karls IV. (reg. 1346-1378, Kaiser seit 1355) den Verzicht auf direkten Handel östlich des Rheins. Damit wurde der Rialto endgültig zur exklusiven Handelsdrehscheibe für Waren aus dem Norden einerseits und vom Schwarzen Meer, der Levante und Nordafrika andererseits. Der Fondaco galt als eine der wichtigsten Einnahmequellen für die Stadt: Der jährliche Umsatz wurde mit einer Mio. Dukaten angegeben, wie der Brief des venezianischen Amtsträgers Paolo Morosini an den in Schweinfurt geborenen Humanisten Gregor Heimburg (gest. 1472) belegt. Ende des 15. Ja

Excerpt from a page describing this subject · 25,395 chars · not written by Vinony

Wikidata facts

Instance of
building
Country
Italy
Location
Cannaregio
Image
Fontego dei Tedeschi Venedig.jpg
Show 6 more facts
Commons category
Fondaco dei Tedeschi
architectural style
Renaissance architecture
adjacent structure or building
Palazzo Ruzzini
inception
1508-00-00
native label
Fondaco dei Tedeschi
Sources (2)

via Wikidata · CC0

On the map