Gisèle Freund
Sign in to saveAlso known as Gisele Freund, Freund, Gisèle, 1908-2000
French photographer (1908–2000)
Person · Open Library
- Born
- 19 Nov 1908
- Died
- 31 Mar 2000
- Works
- 46
Top works
- James Joyce in Paris
- Fotografía Como Documento Social
- Photographs
- Gisele Freund
- Frida Kahlo
via Open Library + Wikidata
Music · MusicBrainz
- Type
- Person
- Gender
- Male
- Origin
- Germany
- Active from
- 1952-02-17
via MusicBrainz · CC0
Recent publications · Crossref
5 total works indexed
- A Decision-Theoretic Generalization of On-Line Learning and an Application to Boosting
· 1997 · cited 13,703x
- From inflammation to sickness and depression: when the immune system subjugates the brain
· 2008 · cited 6,209x
- First M87 Event Horizon Telescope Results. I. The Shadow of the Supermassive Black Hole
· 2019 · cited 3,656x
- Interneurons of the hippocampus
· 1998 · cited 2,426x
- A desicion-theoretic generalization of on-line learning and an application to boosting
· 1995 · cited 1,987x
via Crossref · CC0
Full text
Ihr Großvater machte Ende des 19. Jahrhunderts ein Vermögen mit der Erfindung des Hosenrocks für Damen – als diese anfingen, Fahrrad zu fahren – , ihr Vater wandte sich mehr schöngeistigen Dingen zu, und so wuchs Gisèle Freund in einem gebildeten, wohlhabenden jüdischen Elternhaus auf, gegen das sie, trotz der toleranten Erziehung, schon früh rebellierte, u.a. indem sie heimlich Mitglied der sozialistischen Jugend wurde. Zum Abitur schenkte der Vater ihr eine Leica, mit der sie zu Beginn ihres Soziologiestudiums (bei Mannheim und Horkheimer), die letzte freie Großkundgebung am 1. Mai 1932 in Frankfurt fotografierte. 1931 ging sie für ein Semester an die Sorbonne, um für ihre Doktorarbeit ( Die Fotografie im Frankreich des 19. Jahrhunderts ) zu recherchieren. Daraus entstand später Fotografie und Gesellschaft , eine politisch-soziologische Analyse der Fotografie, die heute als Standardwerk gilt. 1933 war sie wieder in Paris, denn ihre politisch aktive Studentengruppe in Frankfurt flog auf. Freund wurde frühzeitig gewarnt und verließ als eine der ersten Emigrantinnen Deutschland. Aus der Begegnung mit Adrienne Monnier , in deren Pariser Buchhandlung sich die bedeutendsten Geister der Zeit trafen, entwickelte sich eine lebenslange enge Freundschaft. Freund liebte die Literatur und die LiteratInnen, kannte ihre Werke und war fasziniert von der »Landschaft des menschlichen Gesichts«. So entstanden in wenigen Jahren etwa 80 heute berühmte SchriftstellerInnenporträts, u. a. von so schwierigen Persönlichkeiten wie Virginia Woolf und James Joyce, größtenteils in der neu entdeckten Farbfotografie, ohne Retusche und mit natürlichem Licht hergestellt. Der Zweite Weltkrieg unterbrach ihre Arbeit, sie floh per Fahrrad aus Paris und gelangte 1942 durch eine Einladung Victoria Ocampos (argentinische Mäzenin) nach Südamerika. Von Buenos Aires aus bereiste sie Lateinamerika, und ihre Reportagen erschienen in amerikanischen und europäischen Zeitschriften. Nach Kriegsende kehrte sie mit drei Tonnen Lebensmitteln und Kleidung für ihre französischen Freunde zurück. Die Verteilungsliste weist berühmte Namen auf (Cocteau erhielt drei Pfund Kaffee, Dubuffet eine Wurst usw.) Wieder in Paris, engagierte der bekannte Fotograf Robert Capa sie für die Fotoagentur Magnum . Zu dieser Arbeit gehörten Sitzungen mit kritischen Bildanalysen, eine neue Erfahrung. Sie übernahm den Bereich Lateinamerika und es folgten viele Reportagen, darunter die skandalumwitterte über Evita Peron (1950). Anfang der 1960er Jahre begann die Zeit des Ruhms. Die Erstausausgabe ihrer Dissertation erschien auf Deutsch, und die Studentenbewegung leitete ihre Wiederentdeckung ein. Unzählige Ausstellungen folgten – in der Bibliothèque Nationale, im Musée d’Art Moderne, auf der Documenta in Kassel 1977, als besonderes Glanzlicht: eine ganze Etage für ihre Fotos im Centre Pompidou 1991. Neben Lotte Jacobi war sie die bedeutendste Fotografin des vorigen Jahrhunderts. Am Ende ihres arbeitsreichen Lebens bekannte Gisèle Freund, »dass (sie) einmal glaubte, durch die Sprache der Bilder Vorurteile und Klischees abbauen zu können und zur Völkerverständigung beizutragen. Aber (sie) musste erkennen, dass Bilder auch Hass schüren können, durch die Art und Weise, wie sie benutzt werden.« Ich hatte weder den Anspruch, Kunstwerke zu schaffen, noch neue Formen zu erfinden, sondern sichtbar zu machen, was mir am Herzen lag: der Mensch, seine Freuden und Leiden, seine Hoffnungen und Ängste. Artfacts Net: Gisèle Freund. Kurzbiografie, Ausstellungen, Händler, Sammlungen, Kataloge. Online verfügbar unter , zuletzt geprüft am 31.03.2020. Galerie Clairefontaine (2020): Gisèle Freund Europe’s most prominent photographer Collection of Marita Ruiter. Online verfügbar unter , zuletzt geprüft am 31.03.2020. Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Freund, Gisèle. Literatur und Medien. Online verfügbar unter , zuletzt geprüft am 31.03.2020. photography-now.com: Gisèle Freund – Ausstellungen, Veranstaltun
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