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Günther Fielmann: Brillen, Bullen und Boliden - manager magazin
Mit einer einmaligen Geschäftsidee erklomm Günther Fielmann den Thron der deutschen Augenoptikerzunft. Auf dem Gipfel des Erfolgs bläst dem leidenschaftlichen Ökobauer und Ferrarifahrer der scharfe Wind der Gesundheitsreform entgegen.
manager-magazin.de →Dieser Ausdruck wurde am 15.07.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Hamburg - Es hat etwas gedauert, bis Günther Fielmann seine eigentliche Leidenschaft (wieder) entdeckt hat. Genau genommen etwa 45 Jahre. 45 Jahre, die er keineswegs unnütz vertrödelt hat, sondern in denen er mit Hilfe von Geldgebern, 16-Stunden-Schichten und kühnen Geschäftsmethoden zur Nummer eins des Augenoptikergewerbes aufgestiegen ist. Hätte er den Weg seiner beruflichen Karriere selbst entscheiden dürfen, vielleicht, ja vielleicht, wäre statt "Brille: Fielmann!" der Slogan "Ökoprodukte: Fielmann! zum geflügelten Wort geworden. Und biobewusste Großstädter würden seit Jahrzehnten in den Fielmann-Filialen Eier, Fleisch und Obst vom Land einkaufen. Produkte, die der heute 65jährige Chef der Fielmann AG seit einigen Jahren anbaut - und bald in eigenen Bioläden vertreiben will. Jede freie Minute nutzt er abseits des Brillengeschäfts für das im Einklang mit der Natur stehende Anbauen von Obst und Gemüse, pflanzt Bäume, kümmert sich um aussterbende Tierarten wie der Maledina Holsteiner Zuchtstute und den Altdeutschen Schwarzbunten Niederrungsrindern. Kurzum: Bewahrt vor der heimischen Haustür die Natur vor Unheil - so wie es ihm seine Mutter damals auf Streifzügen durch die Holsteinische Schweiz gelehrt hat. Brille: Fielmann! Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. Dass er im Hauptberuf jedoch der Vorstandschef der Fielmann AG wurde, hat er seinem Vater zu verdanken. Ein preußischer Beamter aus kleinbürgerlichen Verhältnissen "mit der Lust an der Pflicht", forderte ihn eindringlich auf "etwas Vernünftiges" zu erlernen. Fielmann tat wie ihm geheißen wurde und durchlief eine Ausbildung zum Augenoptiker, deren Prüfung er mit Auszeichnung bestand. Keine Eintagsfliege: Was Fielmann anpackt, führt er akribisch zur Perfektion. Mit dem Angestelltenverhältnis konnte sich der Sportwagenfan nicht anfreunden. Mit einer Extraportion Ehrgeiz ausgestattet und unterstützt von Geldgebern, eröffnete er Anfang der 70er Jahre erste Optikergeschäfte. Anders als in seiner Zunft üblich, begnügte er sich mit einem Bruchteil der üblichen Gewinne und produzierte bald selber, umging so also Gewinn belastende Zwischenhändler. Das Wort "Nulltarif" ward geboren - Kunden zahlen nur die Rezeptgebühr. Sein ungewöhnliches Geschäftsgebaren sorgte bei der Konkurrenz schnell für dicke Hälse. Zum Beispiel als er 1981 mit der gesetzlichen Krankenkasse AOK einen Sondervertrag abschloss und den AOK-Versicherten eine Vielzahl moderne Fassungen auf Rezept zusicherte. Auf Branchentreffen wird der Netzbeschmutzer geschnitten wie ein Aussätziger, seine neidischen Kollegen überziehen ihn mit Klagen. Doch der Erfolg gibt Fielmann Recht: Mehr als 14 Millionen Deutsche tragen seine Brillen. Gut fünf Millionen Brillen gehen jährlich über seine Ladentheken. Um das weitere Wachstum zu finanzieren - einige Konkurrenten wurden aufgekauft, ins europäische Ausland wurde expandiert - entschied sich Fielmann 1994 zum Gang an die Börse. 71 Prozent der Anteile des im Mdax gelisteten Unternehmens gehören ihm, fast alle seiner knapp 10.000 Angestellten halten Mitarbeiteraktien. Mittlerweile wird ein Umsatz von einer Milliarde Euro erwirtschaftet und ein Gewinn von 112 Millionen Euro. Was nur wenige wissen: Fielmann erspähte neben dem lukrativen Brillengeschäft noch weitere profitable Investments. Zum richtigen Zeitpunkt setzt er auf das Geschäft mit reimportierten Arzneimitteln (MPA Pharma GmbH), investiert in Ladenzeilen und in die Vermietung von Bühnentechnik (Procon Multimedia AG). Nicht immer hielt dabei seine Glückssträhne: Im Falle von MPA Pharma musste wegen der Gesundheitsreform die Mitarbeiterzahl stark reduziert und ein Standort geschlossen werden. Seine gemeinnützige Ader, also sich um Mutter Natur zu kümmern, steht im deutlichen Gegensatz zu seinem zeitweise barschen Gebaren. Mit Stühl
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