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Wettiner (Spätmittelalter) – Historisches Lexikon Bayerns
historisches-lexikon-bayerns.de →Dynastie, die sich urkundlich bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen lässt und damit nach den Welfen das älteste urkundlich nachgewiesene deutsche Adelsgeschlecht ist. Der Name leitet sich her von der Stammburg Wettin (Stadt Wettin, Saalekreis, Sachsen-Anhalt). Im späten Mittelalter gelang ihnen ein kontinuierlicher Ausbau ihrer landesherrlichen Macht, die ihnen eine hegemoniale Herrschaft über ganz Mitteldeutschland ermöglichte. Mit dem Erwerb der sächsischen Kurwürde im Jahre 1423 stiegen die Wettiner in den Kreis der höchsten Reichsfürsten auf. Seit dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts konnten sich die Wettiner als eines der mächtigsten deutschen Fürstengeschlechter nach den Habsburgern etablieren. Die Leipziger Teilung 1485 führte zur fortdauernden Teilung des Landes und zur Ausbildung zweier wettinischer Linien. Durch ihre fränkischen Besitzungen, die Besetzung fränkischer Bischofsstühle, vielfältige Heiratsverbindungen mit Wittelsbachern und Hohenzollern sowie als deren Herrschaftskonkurrenten und -verbündete erlangten die Wettiner größere Bedeutung für die fränkisch-bayerische Geschichte des späten Mittelalters. Markgraf Heinrich der Erlauchte von Meißen (reg. 1218–1288). Darstellung im Codex Manesse (entstanden in Zürich 1300-1340). (Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 848, Bl. 14v , lizensiert durch CC BY-SA 3.0 DE ) Bereits im 10. und 11. Jahrhundert zählte die Familie der Wettiner zu den Großen im peripheren slawischen Markengebiet östlich der Saale. Vom Jahr 1089 an hatten Angehörige der Familie das Amt des Meißner Markgrafen, zeitweise auch das des Markgrafen der Ostmark inne. Seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts führten die Silberfunde im Erzgebirge und die hochkoloniale Landeserschließung zum wirtschaftlich-kulturellen Anschluss Ostmitteldeutschlands an die Verhältnisse des Altreichs. Auf dieser Basis konnten sich die Wettiner im 13. Jahrhundert unter den wichtigeren Reichsfürsten positionieren. 1247 traten sie zudem in das Erbe der Landgrafen von Thüringen ein und erlangten 1243/54 die Pfandherrschaft über das Reichsland Pleißen mit den Städten Altenburg (Thüringen), Chemnitz und Zwickau (beide Sachsen). Unter Markgraf Heinrich (dem Erlauchten) (reg. 1218–1288) stand die wettinische Herrschaft auf einem ersten Höhepunkt ihrer Macht. Nach dem Tod Markgraf Heinrichs (des Erlauchten) 1288 kam es zu anhaltenden innerwettinischen Nachfolgekämpfen. Zur gleichen Zeit gewann König Rudolf von Habsburg (reg. 1273–1291) für das Königtum wichtige Rechte in Mitteldeutschland zurück, darunter das Reichsland Pleißen. Mit dem frühen Tod des Meißner Markgrafen Friedrich Tuta (1269-1291) geriet die wettinische Herrschaft in eine existenzielle Krise. König Adolf von Nassau (reg. 1292–1298) behielt die Meißner Markgrafschaft ein, kaufte 1294 die Landgrafschaft Thüringen von Landgraf Albrecht (dem Entarteten) (reg. 1265-1294) über die Ansprüche von dessen Söhnen hinweg und besetzte in zwei Feldzügen 1294 und 1296 Mitteldeutschland. Der 1298 auf Adolf folgende König Albrecht I. (reg. 1298–1308) hielt an den Ansprüchen seines Vorgängers fest. Mit einem Sieg über die königlichen Truppen bei Lucka (Thüringen) 1307, dem plötzlichen Tod König Albrechts 1308 und im Ausgleich mit dem neuen luxemburgischen König Heinrich VII. (reg. 1308–1313) 1310 leiteten die Wettiner unter Markgraf Friedrich I. (dem Freidigen) (reg. 1291–1323) und seinen Nachkommen eine Renaissance ihrer Macht ein. Im 14. und 15. Jahrhundert gelangen den Wettinern bedeutende herrschaftliche Zugewinne. Unter anderem banden sie seit 1307 das vormalige Reichsland Pleißen mit den Städten Altenburg, Chemnitz und Zwickau fest in ihre Herrschaft ein. Fast alle größeren Adelsgeschlechter Mitteldeutschlands gerieten unter wettinische Lehnshoheit, darunter die Burggrafengeschlechter von Altenburg, Leisnig, Meißen und Dohna, die Vögte von Weida, Gera und Plauen und in der thüringischen Grafenfehde von 1347–1349 auch die wichtigsten thüringischen Her
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The House of Wettin (German: Haus Wettin) is a dynasty which included Saxon kings, prince-electors, dukes, and counts, who once ruled territories in the present-day German federated states of Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia. The dynasty is one of the oldest in Europe, and its origins can be traced back to the town of Wettin, Saxony-Anhalt. The Wettins gradually rose to power within the Holy Roman Empire. Members of the family became the rulers of several medieval states, starting with the Saxon Eastern March in 1030. Other states they gained were the March of Meissen in 1089, the Landgraviate of Thuringia in 1263, the Palatinate of Saxony in 1350, and the Duchy of Saxe-Wittenberg with the Saxon electoral dignity in 1423.
The family was divided into two ruling lines in 1485 by the Treaty of Leipzig: the senior Ernestine and junior Albertine branches. The Ernestine branch initially held the Electorate of Saxony (1485-1547), and played a key role during the Protestant Reformation, while many ruling monarchs outside Germany were later tied to its cadet branch, the House of Saxe-Coburg and Gotha. The Albertine branch, while initially less prominent, later took over the Electorate of Saxony (1547-1806) and ruled in the Kingdom of Saxony (1806-1918), also giving two monarchs of the Polish–Lithuanian Commonwealth (1697-1763).
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