Skip to content
EntityQ1386709· pop 7· linked from 10 articles

Ida Dehmel

Sign in to save

Also known as Ida Coblenz

German writer (1870–1942)

Person · Open Library

Born
14 January 1870
Died
29 September 1942
Works
2

Top works

  • "Schöne wilde Welt"
  • Richard Dehmel - Eine Wahl Aus Seinem Werk

via Open Library + Wikidata

Music · MusicBrainz

via MusicBrainz · CC0

Described at

„Wir leben auf dem Meer wie auf einer anderen Erde“. Nachtrag in Ida Dehmels Tagebuch einer Weltreise an Bord der „Reliance“ 1936 | Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte

juedische-geschichte-online.net →

„Wir leben auf dem Meer wie auf einer anderen Erde“. Nachtrag in Ida Dehmels Tagebuch einer Weltreise an Bord der „Reliance“ 1936 Die Kunstförderin Ida Dehmel (1870–1942) führte 1936 ein Tagebuch über ihre Weltreise an Bord des Kreuzfahrtschiffes „Reliance“. Am 11.6.1936, nach der Rückkehr in ihr Haus in Blankenese, notierte sie einen Nachtrag. Auf dieser letzten Seite beschreibt sie das Glücksgefühl, das sie auf dem Meer empfand und thematisiert den für sie wesentlichen Unterschied zum vertrauten Land. Zum Zeitpunkt der Niederschrift hatte die Reichsschrifttumskammer Ida Dehmel eine eigene schriftstellerische Tätigkeit bereits verboten. Von dem kurzen Tagebuch, das über Zielorte der sechsmonatigen Reise berichtet, existieren mehrere maschinenschriftliche Exemplare auf dünnem Papier, vermutlich Abschriften eines handschriftlichen Originals, die in marmorierte Deckel gebunden sind und in privaten Kreisen verblieben. Seereisen waren für die aus jüdischem Elternhaus stammende Kunstfreundin Ida Dehmel eine Möglichkeit, der Ausgrenzung im nationalsozialistischen Hamburg zumindest auf Zeit zu entfliehen und sich abzulenken. Emigration kam für sie nicht in Betracht. Ihr Nachtrag im Tagebuch ist Zeugnis einer Vergnügungsreise im Angesicht der Gefahr. Ida Dehmel (1870–1942) war eine bedeutende Kunstförderin, Frauenrechtlerin und Wohltäterin, die sich auf vielfältige Weise weit über Hamburg hinaus engagierte. Aus Bingen am Rhein stammend hatte sie bereits einen fortschrittlichen Salon in Berlin geführt, bevor sie sich nach längeren Reisen 1901 in Blankenese bei Hamburg niederließ. Als Frau und Muse des damals berühmten Dichters Richard Dehmel (1863–1920) stand sie mitten in einem europäischen Netzwerk namhafter Künstler der Zeit. Ihre Wohnung und ab 1912 das gemeinsame Künstlerhaus in Blankenese wurden zum Treffpunkt überregional bedeutender Kulturschaffender, darunter Karl Schmidt-Rottluff, Max Liebermann, Peter Behrens, Samuel Fischer, Alma Mahler, Conrad Ansorge, Max Reger, Julie Wolfthorn, Richard und Elena Luksch, Walther Rathenau, Gerhart Hauptmann, Alfred Mombert und Stefan Zweig. Ida Dehmel führte eine Werkstatt für künstlerische Perlarbeiten, war Mitbegründerin des Hamburger Frauenclubs, kämpfte im Norddeutschen Verband für das Frauenstimmrecht und leitete mit Dr. Rosa Schapire den Frauenbund zur Förderung deutscher bildender Kunst. Nach dem Tod Richard Dehmels 1920 bewahrte sie ihr gemeinsames Haus unverändert als Erinnerungsort für den Dichter und veranstaltete dort Vorträge, Konzerte und Führungen. 1926 gründete sie die spartenübergreifende Künstlerinnenvereinigung GEDOK, die schon bald Ortsgruppen im ganzen Reich hatte. Aufgrund ihrer jüdischen Herkunft war Ida Dehmel ab 1933 nach und nach alle öffentliche Tätigkeit verboten. Ausgegrenzt und zunehmend einsam zog sie sich ins Dehmelhaus zurück. Zwischen 1933 und 1938 unternahm sie mehrere Urlaubsreisen auf See, kehrte jedoch immer wieder nach Blankenese zurück, wo sie sich 1942 alt und krank das Leben nahm. Zu ihrem Lebenswerk zählt auch das ihrem Mann Richard Dehmel gewidmete, in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg aufbewahrte Dehmel-Archiv, das ein Spiegel deutsch-jüdischer Kulturgeschichte der Zeit zwischen 1890 und 1920 ist. Nach stürmischer Überfahrt stach Ida Dehmel am 9.1.1936 in New York mit dem Dreischrauben-Luxusdampfer „Reliance“ der Hamburg-Amerika Linie HAPAG in See. Das 188 Meter lange Schiff legte in 139 Tagen mehr als 60.000 Kilometer rund um den Erdball zurück, bevor es am 26.5.1936 wieder in New York einlief. Stationen der Reise waren unter anderem Trinidad, Rio de Janeiro, Kapstadt, Madagaskar, Bombay, Singapur, Java, Manila, Hong Kong, Shanghai, Japan, Hawaii, Honolulu, San Francisco, Panama und Kuba. In ihrem Reisetagebuch hielt Ida Dehmel Eindrücke von besuchten Orten fest. Speisekarten, Programmzettel und Ausflugsangebote zeugen von einem opulenten Leben an Bord. Es wurden reichlich Delikatessen aufgefahren, aufwändige Festabende veransta

Excerpt from a page describing this subject · 13,260 chars · not written by Vinony

Wikidata facts

Instance of
human
Given name
Ida
Gender
female
Citizenship
German Reich
Place of birth
Bingen am Rhein
Place of death
Hamburg
Occupation
writer
Languages spoken
German
Movement
feminism
Image
Jacob Hilsdorf - Ida Dehmel.jpg
Work location
Hamburg
Residence
Hamburg
Show 7 more facts
cause of death
drug overdose
date of birth
1870-01-14
date of death
1942-09-29
Commons category
Ida Dehmel
writing language
German
has works in the collection
Museu Nacional d'Art de Catalunya
Sources (4)

via Wikidata · CC0

Works in European collections

18 objects attributed to Ida Dehmel, held across European museums, libraries & archives · via Europeana

Available in 5 languages

via Wikidata sitelinks · CC0