German-American computer scientist (1923-2008)
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Joseph Weizenbaum (8 January 1923 – 5 March 2008) was a German-American computer scientist and a professor at the Massachusetts Institute of Technology. He is the namesake of the Weizenbaum Award and the Weizenbaum Institute.
Life and career
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Pionier, Skeptiker, Aktivist. Eine digitale Ausstellung
Über die Wendepunkte im Leben von Joseph Weizenbaum
jw.weizenbaum-institut.de →Es war nicht einfach, einen Termin mit Joseph Weizenbaum zu finden, auch wenige Tage vor seinem 85. Geburtstag am 8. Januar ist er noch viel beschäftigt, seine Meinung stark gefragt. In seiner kleinen Wohnung im Berliner Nicolaiviertel in einem zu DDR-Zeiten errichteten Wohnblock herrscht kreatives Chaos. Moderne Technik liegt verstreut herum, der Professor bittet um Nachsicht. Abwechselnd klingeln Handy und Festnetztelefon. Solange, bis er sie einfach unter einer dicken Wolldecke verschwinden lässt. Direkt vor dem Fenster wird mit ohrenbetäubendem Lärm der Palast der Republik von einem Presslufthammer zerlegt. Fast vier Stunden lang erzählt der Computerpionier und Technikkritiker von seiner Kindheit in Berlin, der Zeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und seiner düsteren Perspektive auf die Zukunft der Menschheit. Sein besonderes Interesse gilt jedoch der Fotografie. Dann haben Sie das Bild schon gesehen? Ach, aber ich habe noch gar nicht meine richtige Brille auf, das Bild gilt nicht [holt seine runde Brille]. So jetzt dürfen Sie Bilder machen, wir können anfangen. Darf ich Ihnen Kaffee machen? Man muss ihn rühren, aber ich glaube, die Stärke habe ich noch [verschwindet und macht Kaffee]. Ich gebe Ihnen die beste Tasse. Sie ist die beste, weil der Kaffee am besten aus ihr schmeckt. Die Tasse ist geklaut! Ich bin ein leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Ich kann Ihnen nicht helfen, Sie müssen daraus dann ein Interview machen. ...Sie dürfen das den Behörden in den USA nicht sagen, aber ich bin ein geborener Ossi, ich bin in der Charité geboren. Mein Vater war Kürschner und ein sehr, sehr stolzer Mann. Er hat Mäntel nach Maß gemacht. Leider hat er irgendwann entschieden, vielleicht war es schon bei der Geburt, dass ich ein Trottel bin, dass nie etwas aus mir wird. Und diese Idee hat er lebenslang behalten. Das einzige Kompliment, das ich jemals von ihm bekommen habe, hat mich so tief beeindruckt, dass ich mich bis heute daran erinnere. Ich habe ihn irgendwohin gefahren und habe das Auto dann sehr schön geparkt. Da hat er gesagt: «Du kannst sehr gut Auto fahren!» Das war das erste und letzte Kompliment, das ich von ihm bekommen habe. Als ich ans MIT gekommen bin, war er leider schon tot. Die letzten zehn Jahre haben wir kaum miteinander gesprochen. Dabei kam ich ans MIT, ohne dass ich mich beworben hätte. Die haben mich angerufen und gesagt: «Wir würden Sie gerne haben, könnten Sie sich vorstellen, hierher zu kommen?» Im ersten Jahr habe ich ein Papier geschrieben. Kollegen haben es gelesen und fragten mich, wo ich es veröffentlichen werde. Nirgends. So sehr hatte ich das, was mein Vater gesagt hatte, verinnerlicht. Das hat sich vielleicht in den letzten zehn, bis fünfzehn Jahren geändert. Wir wohnten am Gendarmenmarkt, sehr vornehm, ich bin in das Luisenstädtische Realgymnasium gegangen. Ich glaube, das gibt es nicht mehr, ich habe es zumindest gesucht und nicht gefunden. Dann wurde ich rausgeschmissen, als Jude. Dann bin ich in die Jüdische Knabenschule gekommen, das war in der Kaiserstraße, hier im Scheunenviertel. Das war dann das erste Mal, dass ich Jiddisch gehört habe und dass ich die Existenz der jüdischen Armut erlebt habe. Ich habe mich in eine Mathematiklehrerin verliebt, so bin ich zur Mathematik gekommen. Wenn ich die Lehrerin heute sehe, ist sie immer noch 25 Jahre alt. Und der kleine Junge, den ich damals kennenlernte, ist immer noch ein kleiner Junge. Ich kann mir nicht helfen, aber ich denke, er hat den Krieg, den Holocaust, nicht überlebt. Er kam in Fetzen gekleidet zur Schule. Er wusste nicht, was ein Taschentuch war. Ich habe mich mit ihm angefreundet. Er ist ein Junge geblieben, ich nicht. Ich glaube, darauf bin ich erst später gekommen, ich habe mich wirklich in diesen Jungen verliebt. Jedenfalls war ich sehr eng mit ihm verbunden. Eines Tages habe ich ihn mit nach Hause genommen. Da hat mich mein Vater angeschrieen: «Was fällt Dir ein, so einen dreckigen Ostjuden in unser Haus zu brin
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