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Marianne Schmidl

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Austrian ethnologist and librarian murdered in the Holocaust by the Nazis because of her Jewish origins (1890-1942)

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Lenbachhaus - Wer war Marianne Schmidl?

Zum Tag der Provenienzforschung möchten wir einen Nachkommen von Marianne Schmidl zu Wort kommen lassen. An ihre Familie haben wir 2019 zwei Zeichnungen der Künstlerbrüder Olivier restituiert.

lenbachhaus.de →

Heute, am 8. April 2020, findet zum zweiten Mal der Tag der Provenienzforschung des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. statt. Diesmal möchten wir den Tag zum Anlass nehmen, die individuelle Perspektive eines Nachkommens von Dr. Marianne Schmidl (1890–1942) einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ferdinand Olivier, Ideallandschaft mit zwei Bäumen und Felsmassiv, um 1840, ehemals Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, nach proaktiver Erforschung der Provenienz 2019 an die rechtmäßigen Erben von Dr. Marianne Schmidl restituiert. Friedrich Olivier, An der Isar, 1844, ehemals Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, nach proaktiver Erforschung der Provenienz 2019 an die rechtmäßigen Erben von Dr. Marianne Schmidl restituiert. Eine lebensrettende Flucht war der 51-jährigen Marianne Schmidl, nicht zuletzt aufgrund fehlender finanzieller Mittel, nicht mehr möglich. Im April 1942 wurde sie nach Polen, in das Ghetto Izbica, deportiert. Ihr weiteres Schicksal und das genaue Datum ihres Todes sind nicht bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie 1950 für "tot erklärt". In Gedenken an Marianne Schmidl und in Würdigung ihrer Person hat der Verein "Stein der Erinnerung" im Juni 2017 einen Gedenkstein vor ihrem letzten Wohnhaus in der Eichendorffgasse 7 in Wien verlegt. In Kenntnis des verfolgungsbedingten Entzuges der beiden Kunstwerke und in Anerkennung des persönlichen Verfolgungsschicksals Marianne Schmidls hat das Münchner Kulturreferat gemeinsam mit dem Lenbachhaus die zwei Zeichnungen an ihre rechtmäßigen Nachkommen im Oktober 2019 restituiert. Weitere Museen – die Albertina in Wien, die Kupferstichkabinette Berlin sowie Dresden , die National Gallery of Art in Washington und die Kunsthalle Hamburg – konnten in den vergangenen Jahren ebenfalls faire und gerechte Lösungen mit den Nachkommen Marianne Schmidls finden. Im Gespräch erzählt Johann Schiller, einer der Großneffen Marianne Schmidls, über seine Großtante und spricht darüber, wie sich die Erforschung der Familiengeschichte auf ihn ausgewirkt und wie die eigene Familie den Rückgabeprozess von Kunstwerken aus den musealen Sammlungen erlebt hat. Sehr viele Geschichten haben sich in unserer Generation nicht überliefert. Das liegt vermutlich daran, dass die Beziehung unserer Mütter, Hildegard und Notburga, zu ihrer Tante dem Vernehmen nach, eine nicht sehr enge war. Darüber hinaus lebten die Nichten aufgrund des traumatisierenden Geschehens der Deportation und Ermordung Mariannes bis Kriegsende in ständiger Angst einer möglicherweise sie treffenden Verfolgung, war ihnen doch bewusst, dass ihre Mutter Franziska, die Schwester Mariannes (sie starb 1925) das gleiche Schicksal erlitten hätte. Über Marianne wurde in unserer Generation nicht viel gesprochen, gleichwohl wurde das Thema nicht tabuisiert. Erzählt wurde gerne, dass Karl Wolf (später unser Großvater) von Marianne, die damals Mathematik und theoretische Physik in Wien studierte, zu den Hausbällen in der Villa der Familie Schmidl eingeladen wurde. Dort lernte er Franziska kennen, die er später heiratete. Marianne wechselte die Studienrichtung und studierte Ethnologie. In diesem Fach promovierte sie 1915 mit der Promotionsschrift: “Zahlen und Zählen in Afrika“. Karl Wolf, so wurde öfters mit Schmunzeln berichtet, brachte als Naturwissenschaftler nur wenig Verständnis für die Wahl dieses Themas auf. Gesprochen wurde in der Familie gelegentlich auch über Mariannes wissenschaftliche Untersuchungen über das Korbflechten in Afrika, die sie über einen langen Zeitraum intensiv betrieb. Im Familienbesitz befindet sich ein Exemplar eines sogenannten „Afrikanischen Spiralwulstkorbs“. Die Untersuchung über die Herstellung dieser Art von Körben ist das zentrale Thema von Mariannes Hauptwerk: “Afrikanische Spiralwulstkörbe".1 Zu den Erzählungen über Marianne gehören die Berichte unserer Mütter über die großen Bemühungen unseres Großvaters Karl Wolf, Dokumente aufzufinden, die Mariann

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Wikidata facts

Instance of
human
Given name
Marianne
Gender
female
Citizenship
Austria
Place of birth
Berchtesgaden
Occupation
art collector
Languages spoken
German
Show 7 more facts
date of birth
1890-08-03
date of death
1945-05-09
subject has role
Holocaust victim
birth name
Therese Marianne Luise Emilie Marie Schmidl
manner of death
homicide
Commons category
Marianne Schmidl
Sources (8)

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