Also known as Mexican war on drugs
bewaffnete Konflikte in Mexiko
via Wikipedia infobox
Der Drogenkrieg in Mexiko ist ein bewaffneter Konflikt zwischen Staat und mexikanischer Bevölkerung auf der einen Seite und Drogenkartellen, die sich vor allem untereinander bekriegen, auf der anderen Seite. In einigen Landesteilen Mexikos haben die Kartelle das Gewaltmonopol des Staates faktisch außer Kraft gesetzt. Das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung stufte ihn seit 2010 als innerstaatlichen Krieg ein. Im Jahr 2011 kämpften 50.000 Angehörige der mexikanischen Streitkräfte und 35.000 der mexikanischen Bundespolizei gegen schätzungsweise 300.000 Angehörige der – untereinander verfeindeten – mexikanischen Drogenkartelle und ihre paramilitärischen Einheiten. Auf Seiten des Staates konnten immer wieder Erfolge verbucht werden, insbesondere durch Verhaftungen von Anführern. Jedoch setzten Nachfolger bzw. Abspaltungen der Drogenkartelle Gewalt und Geschäfte fort. Eine Ursache des Krieges ist die gewinnträchtige Nachfrage nach illegalen Drogen, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Die Kartelle kämpfen um die besten Drogenrouten und -verkaufsstellen. Die Armut in Lateinamerika bewegt viele Mexikaner und spanischsprachige Ausländer dazu, sich in den Dienst der vermögenden kriminellen Organisationen zu stellen. Jugendliche werden, angesichts ihrer relativen Perspektivlosigkeit, vom offen zur Schau getragenen Reichtum der Narcos angezogen (siehe auch Narco-Staat). Jene nutzen moderne Waffen sowie Verschlüsselungs- und Überwachungssysteme. Bei den Tötungen von Rivalen machen sich die Drogenkartelle die „neuen Medien“ bzw. das Internet zunutze, um öffentlichkeitswirksam . Insgesamt gibt es in diesem Krieg (Stand 2020) über 200 kriminelle, bewaffnete Gruppen, deren Geschäftsfelder sich nicht ausschließlich auf den Drogenhandel beschränken, sondern die ähnlich wie die Mafiosi ihre diversifizieren. Der Krieg hat von 2006, als das Militär systematisch im Inland eingesetzt wurde, bis zu den Jahren 2017–2018 zwischen 200.000 und 250.000 Menschen das Leben gekostet. Bis in das Jahr 2020 kamen in diesem Krieg grob geschätzt 300.000 Menschen um. Mehr als 27.000 der Verstorbenen erreichten höchstens das 19. Lebensjahr. Wurden Mitte des Jahres 2020 über 73.000 , stieg die Zahl der Vermisstenfälle während des Folgejahres auf über 90.000 an. Stand 2022 werden mehr als 100.000 Personen vermisst. Ein großes Problem auf staatlicher Seite ist die Korruption, auch bei Justiz und Verwaltung. Vergehen auf staatlicher Seite, bis hin zu Hinrichtungen seitens der Polizei, bleiben oft straflos. Historisch wird die tiefe Verwicklung von Kriminalität und mexikanischem Staat auch mit der 71-jährigen Herrschaft (1929 bis 2000) der Partei PRI in Verbindung gebracht, deren Funktionäre sich arrangierten und an den Gewinnen beteiligt wurden. Wiederholt bilden sich Bürgerwehren, die staatliche Sicherheitskräfte ersetzen wollen. Auch kommt Lynchjustiz gehäuft vor, insbesondere in ländlichen Gegenden und in den Randgebieten der Städte. Die Aufklärungsquote von Verbrechen der Kartelle ist äußerst gering, viele werden gar nicht erst bei der Polizei angezeigt. Mit dem Regierungsantritt von Andrés Manuel López Obrador Ende des Jahres 2018 sollten Anti-Korruptionsmaßnahmen sowie Deeskalation helfen, den Krieg einzudämmen. Dies ist de facto gescheitert.
via Wikidata · CC0
Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA
via Wikidata sitelinks · CC0
Discovered by embedding cosine similarity (sentence-transformers MiniLM, 384-dim).