opaker Kontext
Sign in to saveBegriff der Sprachphilosophie und Logik
Article · Deutsch
Als intensionaler oder (referentiell) opaker Kontext (lat. opacus „beschattet, lichtundurchlässig“) wird in der Sprachphilosophie, der Logik und der Semantik ein sprachlicher Kontext bezeichnet, in dem sich durch Ersetzung von Teilausdrücken mit gleichem Bedeutungsumfang der Wahrheitswert der ausgedrückten Aussage möglicherweise ändert. In gewöhnlichen nicht-opaken Kontexten ist die Ersetzung extensionsgleicher Ausdrücke immer wahrheitserhaltend, also salva veritate möglich. Die Darstellung opaker Kontexte ist eine der wesentlichen Herausforderungen für jedes Modell einer formalen Semantik, da sich an ihnen zeigt, dass weder die gewöhnlichen Objekte in der Welt noch private Vorstellungen unmittelbar die Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken sein können. Gottlob Frege identifizierte unter anderem die Wiedergabe fremder Äußerungen in indirekter Rede als einen opaken Kontext (von ihm als „ungerade Rede“ bezeichnet). Die Untersuchung von opaken Kontexten spielt eine Rolle für die philosophische Theorie der Eigennamen, die Theorie der Kennzeichnungen sowie für Modallogik und epistemische Logik.
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