flüssigkeitsgefüllte Körperhöhle, die für einige Tiere charakteristisch ist
Von einem Pseudocoel wird in der Zoomorphologie gesprochen, wenn der flüssigkeitsgefüllte Körperhohlraum zwischen Entoderm und Ektoderm nicht vollständig von mesodermalem Gewebe umgeben ist, und wenn außerdem während der Embryonalentwicklung keine Verschmelzung von einer sekundären mit der primären Leibeshöhle auftrat (Letzteres wäre ein Mixocoel). Im Gegensatz dazu besitzen die Acoelomaten keinen entsprechenden Körperhohlraum, während die durch einen vollständig von Mesoderm umhüllten Hohlraum, die sekundäre Leibeshöhle oder Coelom, charakterisiert sind. Tiergruppen mit Pseudocoel werden meist als zusammengefasst. Im anglo-amerikanischen Sprachraum ist aber auch die Bezeichnung „Blastocoelomaten“ häufig, was mit der Embryonalentwicklung zusammenhängt, also der Entstehung des Pseudocoels aus dem ersten Hohlraum des Keimes, der primären Leibeshöhle oder Blastocoel (mehr hierzu im Abschnitt zur Individualentwicklung). Schlauchwürmer (Nemathelminthes, früher auch „Aschelminthes“) sind ein Beispiel für Organismen, die ein Pseudocoel entwickeln. Ob Pseudocoelomaten jedoch eine natürliche Abstammungsgemeinschaft bilden, darf bezweifelt werden, wahrscheinlich evoluierte dieser Organisationstyp mehrfach unabhängig. Dies wirft die Frage nach den evolutionären Entstehungsbedingungen eines Pseudocoels auf (mehr hierzu im Abschnitt zur evolutionären Entstehung).
Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA
Discovered by embedding cosine similarity (sentence-transformers MiniLM, 384-dim).