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Braillezeile

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Also known as braille terminal, Braille display

Computer-Ausgabegerät für blinde Menschen

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Commons category
Refreshable Braille displays

via Wikidata · CC0

Article · Deutsch

Die Braillezeile, kurz Zeile, oder Brailledisplay ist ein Computer-Ausgabegerät für blinde Menschen, das Zeichen in Brailleschrift darstellt. Üblicherweise werden sie durch Screenreader angesteuert, die Zeichen in ausgewählten Bildschirmbereichen auslesen und in Computerbraille darstellen. Dadurch können Blinde große Teile der Standardsoftware benutzen und selbständig am Computer arbeiten. Die Funktion der Brailleschriftdarstellung basiert auf dem piezoelektrischen Effekt speziell gezogener Kristalle, die sich beim Anlegen einer elektrischen Spannung verbiegen und damit dann einen Stößel als Punkt aus einer Fläche herausragen lassen, elektronisch gesteuert, um die Zeichen in Blindenschrift aufzubauen. Die Benutzer können mit ihren Fingerkuppen die Zeichen abtasten. Braillezeilen können je nach Modell zwischen 12 und 80 Zeichen darstellen. An der Braillezeile sind Steuertasten angebracht, mit denen der dargestellte Bildschirmausschnitt verschoben werden kann. Da für die Arbeit am Computer mehr Zeichen notwendig sind, als sich mit sechs Punkten darstellen lassen, wird zu den drei Punktzeilen der Standard-Brailleschrift oft eine vierte Zeile hinzugefügt, sodass acht Punkte zur Verfügung stehen. Auf diese Weise erhält man 256 Kombinationen. Die Codierung der Standardzeichen bleibt dabei jedoch weitestgehend gleich, die letzte Zeile bleibt lediglich leer. Alternativ können Screenreader auch eine Sprachausgabe bieten. Gegenüber dem Vorlesen sind Braillezeilen genauer und geben Wort für Wort wieder. Somit kann auch die Rechtschreibung direkt überprüft werden, ohne dass die Sprachausgabe buchstabieren muss. Der Anschaffungspreis für eine Zeile, die lediglich 40 Zeichen darstellt, beträgt ungefähr 6.000 €. Die Kosten hierfür werden in Deutschland bei vorliegender Indikation von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. In Österreich werden die Kosten vom Sozialministeriumservice und von den Ländern erstattet. Aufgrund der hohen Preise trotz der seit den 1980er Jahren nahezu unveränderten Technik, werden Braillezeilen nur in kleinen Stückzahlen weltweit verkauft. Eine Entwicklung hin zu kostengünstiger Technik, um auch Menschen in Ländern ohne Sozialversicherung mit einer Braillezeile zu erreichen, findet in Deutschland nicht statt. Eine Assoziation mehrerer Blindenverbände aus der ganzen Welt hat sich zum Ziel gesetzt, das Preiskartell der Braillezeilen-Anbieter zu brechen, um mehr blinden Menschen weltweit Zugang zu Literatur und modernen Technologien zu ermöglichen. Ziel bei Projektstart 2011 war es, ein Braille-Display zu einem Zehntel des Preises herkömmlicher Displays auf den Markt zu bringen. Für das Projekt wurden 1,25 Mio. $ von 10 Verbänden investiert. Aus Deutschland hat sich kein Blindenverband beteiligt, weswegen es keine deutschsprachige Dokumentation oder Vertrieb geben wird. Das Produkt, der Orbit Reader 20, wird für ca. 599 $ verkauft. Die Hoffnung ist, den Markt zugunsten der blinden Menschen weltweit zu verändern. Nur wenige Kompromisse gegenüber einem 6.000-$-Gerät wurden für das Ziel der 500-$-Marke eingegangen. Dazu gehören eine Refresh-Rate von einer halben Sekunde und der Verzicht auf sogenannte Curserrouting-Tasten. Dennoch verfügt das moderne Gerät über eine Notizbuchfunktion, internen Speicher, ein Betriebssystem, Wifi und Bluetooth und es kann mit allen gängigen Screenreadern auf Desktop-Computersystemen und Smartphones betrieben werden.

Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA