Unterdeterminiertheit empirischer Theorien durch die Evidenz
Sign in to saveIn the philosophy of science, underdetermination or the underdetermination of theory by data (sometimes abbreviated UTD) is the idea that evidence available to us at a given time may be insufficient to determine what beliefs we should hold in response to it. The underdetermination thesis states that all evidence necessarily underdetermines any scientific theory.
Article · Deutsch
Die Unterdeterminiertheit empirischer Theorien durch die Evidenz (engl. underdetermination of theories by evidence) bezeichnet mehrere Varianten wissenschaftstheoretischer Thesen. Demnach gibt es für eine/jede Theorie, die durch empirische Evidenz bestätigt wird, mindestens eine Alternativtheorie, die ebenfalls durch genau dieselben empirischen Daten gestützt wird. Anders ausgedrückt: Oftmals/immer wird durch empirische Daten die Wahl zwischen einer Theorie und einer oder mehrerer Alternativtheorie(n) nicht festgelegt („determiniert“). Derartige Unterdeterminiertheitsthesen sind umstritten, ebenso, wie sie überhaupt genau zu formulieren und explizieren sind. Akzeptiert man die Duhem-Quine-These oder bestimmte andere holistische Thesen, folgt eine Unterdeterminiertheitsthese i. d. R. einfachhin. Argumentationen für eine Unterdeterminiertheitsthese können auch einen allgemeinen wissenschaftstheoretischen Antirealismus stützen. Ein früher und bekannter Vertreter dieser Argumentationsstrategie ist etwa Bas van Fraassen. Thomas Kuhn hat die Geschichte wissenschaftlicher Theoriebildung dergestalt zu erklären versucht, dass immer wieder Fälle auftraten, in welchen eine Entscheidung zwischen alternativen Theorien insofern ausgeschlossen ist, als diese selbst mit unterschiedlichen Interpretationen der Evidenzbasis einhergehen, was man als stärkere Variante einer Unterdeterminiertheitsthese beschreiben könnte.
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