Austrian SS officer and war criminal (1915-1991)
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Walter Reder | NS-Täter in Italien
Walter Reder, SS-Kriegsverbrecher, befahl 1944 in Italien Truppen, die in Bardine di San Terenzo, Valla, Vinca und am Monte Sole Hunderte Zivilisten töteten. 1951 verurteilte ihn ein Gericht in Bologna zu lebenslanger Haft. 1985 wurde er freigelassen.
ns-taeter-italien.org →Walter Reder ist in Italien einer der bekanntesten SS-Kriegsverbrecher. Als Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung der Division "Reichsführer-SS" führte er im Sommer und Herbst 1944 mehrere Aktionen zur "Bandenbekämpfung" an. Dabei töteten seine Soldaten Hunderte Zivilisten: in Bardine di San Terenzo, in Valla und Vinca sowie schließlich am Monte Sole. Ein Militärgericht in Bologna verurteilte ihn am 31. Oktober 1951 nach einem aufsehenerregenden Prozess wegen seiner Verbrechen in Italien zu lebenslanger Haft. 1985 freigelassen, wurde er bei seiner Rückkehr nach Österreich von Außenminister Frischenschlager mit Handschlag begrüßt. Diese Geste löste eine Krise in der österreichischen Regierung aus. Während Reder in Italien als Symbol für die Grausamkeiten der deutschen Besatzung galt, fand er in Österreich und Deutschland viele Unterstützer, die ihn zum Opfer des Kommunismus und "letzten Kriegsgefangenen in Italien" verklärten. Verhaftung in Österreich (1945), Auslieferung an Italien (1948), Prozess vor dem Militärgericht in Bologna (1951), lebenslange Haftstrafe und Haft im Militärgefängnis Gaeta (1951-1985). Entlassung 1985. Walter Reder wurde 1915 im damaligen Landkreis Freiwaldau (heute Jeseník, damals Österreich-Ungarn) in eine bürgerlich-katholische Familie geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde seine Heimatstadt Teil des neuen tschechoslowakischen Staates. Daraufhin zog die Familie 1921 nach Garsten ins oberösterreichische Steyr, wo der Vater eine Rechenmaschinenfabrik betrieb. Reder wuchs in einem stark konservativ geprägten Umfeld auf. Er selbst erklärte, im "streng nationalen Sinne erzogen" worden zu sein. Ab 1922 war er Mitglied des Deutschen Turnerbundes - eine völkische, antisemitische und antimarxistische Organisation, die sich auch um entsprechende Prägung ihrer jungen Mitglieder bemühte. 1928, kurz vor der Weltwirtschaftskrise, ging die Firma seines Vaters in Konkurs. Reder wurde nach Wien zu einer Tante geschickt und schloss 1931 das Realgymnasium mit der mittleren Reife ab. Er wohnte in der Florianigasse, in der die NSDAP ihren Sitz in einem Kellerlokal hatte. Möglicherweise kam er hier erstmals mit den Nationalsozialisten in Kontakt. 1932 zog er nach Linz, um die Handelsakademie zu besuchen. Die nur rund 80 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegende Stadt spielte eine bedeutende Rolle bei der Durchsetzung nationalsozialistischer Politik in Österreich. Die Landesführung der NSDAP und sowie alle dazugehörigen Organisationen hatten hier ihren Sitz. Neue Mitglieder wurden vordergründig aus den völkisch-alldeutschen und deutsch-nationalen Gruppierungen und Vereinen, vor allem den völkischen Turnvereinen, rekrutiert. Wenige Monate nach seinem Umzug nach Linz trat Walter Reder in die Hitlerjugend ein und wurde am 23. Dezember 1932 in die 37. SS-Standarte eingezogen. Die österreichische Regierung erklärte die NSDAP und alle dazugehörigen Organisationen am 19. Juni 1933 für verboten. Daraufhin führte die Partei sämtliche Aktivitäten im Untergrund fort. Reder machte nie ein Geheimnis aus seiner politischen Zugehörigkeit. Wie er selbst einige Jahre später stolz in seinem Lebenslauf schrieb, brachte diese ihm Vorstrafen wegen "Zettelkleben, Böllerwerfen und Zugehörigkeit zur NSDAP" ein. 1934 wurde er kurz vor dem Abitur aus dem österreichischen Schulsystem ausgeschlossen. Seiner Inhaftierung entzog er sich durch Flucht nach Deutschland. Nur einen Monat später kam es in Österreich zu einem versuchten nationalsozialistischen Putsch und der Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß. In Deutschland wurde er zunächst der "Österreichischen Legion" zugewiesen, einem etwa 10.000 Mann starken paramilitärischen Verband, der in Lagern in Süddeutschland für den Einmarsch in Österreich ausgebildet wurde. 1935 wurde Reder zum ersten SS-Führerausbildungslehrgang in die Junkerschule in Braunschweig beordert. Zur gleichen Zeit trat er offiziell der NSDAP bei. Im April 1936 wurde er zum SS-Untersturmführer befördert und nach
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