Alte Münze
Sign in to savebuilding in Old Town, Upper Bavaria, Germany
Described at
München, Marstall- und Kunstkammergebäude | Philipp Hainhofer · Reiseberichte & Sammlungsbeschreibungen 1594–1636
Edition und Datensammlung zur Kunst- und Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts
hainhofer.hab.de →Aus: Seelig, Lorenz: Die Münchner Kunstkammer. Geschichte, Anlage, Ausstattung, in: Jahrbuch der bayerischen Denkmalpflege 40 (1986), S. 101–138 Alte Münze Kunstkammer München ehem. Hofmarstall und Kunstkammer Herzogliche Stallungen Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Die stattliche Vierflügelanlage wurde 1563–1567 unter der Bauleitung von Wilhelm Egckl (1520–1588) und vermutlich nach Entwurf des Augsburger Architekten Bernhard Zwitzel (um 1496–1570; sein Sohn Simon hatte wenig später eine ähnliche Funktion beim Bau des Antiquariums inne) für Herzog Albrecht V. als Marstall (im Erd- und niedriges Mittelgeschoss) und Kunstsammlungsgebäude (im Obergeschoss) errichtet. Diese Unterteilung des Baus war charakteristisch für Sammlungsbauten der frühen Neuzeit und funktional bedingt (vgl. die Kunstkammer von Schloss Ambras). Infolge der schrittweisen Auflösung der Kunstkammer und Verlegung noch vorhandener Stallungen wurde das Gebäude 1807/1809 zur Königlichen Münze umgebaut. Dabei wurde eine Zwischendecke im ursprünglichen Kunstkammergeschoss eingezogen, so dass diese Räume in ihrem originalen Zustand gänzlich verlorengingen. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und danach wiederaufgebaut, dient es seit 1986 dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Sitz. Es besteht ein Verbindungsgang zum Alten Hof . Ursprünglich führte dieser Hofgang durch das Kunstkammergebäude bis zur Neuveste . Die ursprünglichen Außenfassaden wiesen eine regelmäßige Durchfensterung auf, mit hohen Rechteckfenstern im Obergeschoss zur Belichtung der Kunstkammer. Das Innere ist auf einen dreigeschossigen Arkadenhof hin orientiert, der die kanonische Abfolge antiker Säulenordnungen insofern durchbricht, als im Erdgeschoss eine äußerst gedrungene Variante der ionischen Ordnung zu Anwendung kommt, auf die im Mittelgeschoss eine ebenso stämmige und frei geformte Variation der korinthischen Ordnung folgt. Erst das Obergeschoss weist schlanke toskanische Säulen auf einer Balustrade auf, obwohl diese Ordnung der klassischen Architekturtheorie gemäß am Beginn der Superposition steht und daher von ‚robusterer‘ Gestalt ist. Dieser Normbruch gegenüber dem italienischen Modell, wiewohl in den Proportionen vorrangig durch Bauaufgabe und Funktion bestimmt, lässt das Gebäude als eines der Hauptwerke der nordalpinen Renaissancearchitektur erscheinen. Bis etwa 1580 bot sie zudem den größten auf das Innere beschränkten und von der Residenz getrennten Sammlungsraum dar. Eine mögliche Anregung ist in dem 1558 im Bereich der Wiener Hofburg errichteten ‚Kunsthaus‘ Kaiser Ferdinands I. zu erkennen. Zur Institution der Münchner Kunstkammer s. das Körperschaftsregister ; zu deren Raumaufteilung und Sammlungsstruktur den hiesigen Kommentar. Neben dem Inventar durch Johann Baptist Fickler (1533–1610) von 1598 sind die Aufzeichnungen Philipp Hainhofers von 1603 und vor allem von 1611 die wichtigsten Quellen zu frühem Bestand und Sammlungsstruktur sowie zur Raumaufteilung der Münchner Kunstkammer. Bereits 1603 benennt er mit dem „dennelein“ als Vorzimmer/Eingangsbereich, dem „groß gevierts zümmer in der mit ain gevierts hülzins getter rumb“ als Hauptraum, darin die Präsentationsmöbel „ringsweißrumb ain tisch am andern“ (1603, fol. 137r v ) stehend, sowie dem „Innern gaden das ist zwischen dem obgemelten getter“ (1603, fol. 140r ) als inneren Umgang (vor allem mit Gemälden) die räumliche Grundstruktur der Sammlung. 1611 ist er allerdings wesentlich ausführlicher und detailgenauer: Er geht die vier Flügel des Gebäudes im Uhrzeigersinn systematisch ab, erläutert die gerade erwähnte Grundstruktur mit der gegen den umlaufenden Arkadengang abgrenzenden hölzernen Zwischenwand, unterscheidet die Eck- von den Längsräumen, wobei er Erstere als „zimmer“, die Letzteren als „(lange) gänge“ bezeichnet, und notiert die Platzierung der meisten Gemälde als „neben allen tischen, vnd in den fenstern“. Das wichtigste Sammlungsmöbel ist der Tisch, wobei er nicht ganz so regelmäßig wie Fickler zwisc
Excerpt from a page describing this subject · 40,000 chars · not written by Vinony