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Sources (1)
via Wikidata · CC0
Article · Deutsch
Eierkopf ist ein umgangssprachlicher Begriff, der, mal eher abwertend, mal (selbst-)ironisch, als Bezeichnung für Wissenschaftler verwendet wird. Der Begriff zielt auf die laut Vorurteil bei Akademikern besonders häufige (Halb-)Glatze ab. Der Begriff ist ohne abwertende Bedeutung auf eine längliche ovale Kopfform anwendbar. In Europa besitzt jedoch die Physiognomik eine lange Tradition, bei der aus äußerlichen Merkmalen insbesondere des Gesichts auf bestimmte Verhaltensmerkmale geschlossen wird. Im 20. Jahrhundert führte diese in eine umfassende pseudowissenschaftliche Lehre der Phrenologie, bei der aus einer einfachen Vermessung eines Schädels eine Vielzahl von Eigenschaften der Person geschlossen wurde. Zu den Elementen der Verbindung von Kopfform und hohen geistigen Leistungen gehörte schon früh die hohe Stirn, die schon im Mittelalter zu einer Mode führte, die vorderen Stirnhaare auszuzupfen. Die Verortung des vorausschauenden Denkens in den Frontallappen des Gehirn stütze diese These im frühen 20. Jahrhundert, weitere Gehirnforschung bezog einen ausgeprägten Mittelbalken auf eine breite Kombinationsfähigkeit. Die Verteilungen sind zwar äußerlich nicht ablesbar, die Akzeptanz in akademischen Kreisen des 20. Jahrhunderts führt jedoch darauf, dass sich Akademiker eher mit Glatze zeigten, statt dem Sinnbild des vollen Haars als äußerlichem Gesundheitsmerkmal nachzugehen (etwa mit Perücken oder über den Kopf gestrichenen Haaren). Eine Herkunftsthese, in der Eierkopf und Akademiker zusammengehen, bezieht sich nun auf diese Akzeptanz von Glatzen und den Umstand, dass Akademiker auf Fotos häufiger mit Glatze zu sehen sind als andere Berufszweige. So kann der Begriff als Spitzname für Lehrer unter den Studenten entstanden sein, bei der eine Person anhand eines auffälligen äußeren Merkmals bezeichnet wird, und in der Häufigkeit eine Klassenbezeichnung entstanden sein, die Vorläufer des politischen Begriffs ist.
Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA