Die Kraft-Dynamik, englisch force-dynamics oder Kraft-Dynamik-Modell in der Sprache ist Bestandteil eines übergeordneten Konzepts zur Raum- und Prozess-Semantik (siehe auch Räumliche Relation). Das Konzept wurde maßgeblich durch den US-amerikanischen Linguisten Leonard Talmy Anfang der 1980er Jahre angeregt. Talmy begann seine theoretischen Überlegungen schon 1975 in der Auseinandersetzung mit den theoretischen Konzeptionen der generativen Semantik zu entwickeln. Seine Vorstellung war es, die Konzepte der kognitiven Psychologie und der insbesondere von Ronald Langacker begründeten einem Teilgebiet der kognitiven Linguistik mit in die theoretisch-linguistischen Überlegungen einzubeziehen. Langackers theoretische Konzepte sind geprägt von den Annahmen der Gestaltpsychologie.Weitere Einflüsse gehen auf Brennenstuhl (1975), einer Doktorandin an der Universität Berkeley und Ray Jackendoff zurück. Talmy geht von vier Vorstellungssystemen aus, den imaging systems aus, welche in natürlichen Sprachen benutzt würden. Sie sind unabhängig voneinander und somit in ihrer Wirkung addierbar, es sind dies: * die geometrische Konfiguration; * die Spezifizierung des Perspektivpunktes, dem Ort des „geistigen Auges“, mindsight; * die Fokussierung der Aufmerksamkeit und insbesondere; * die Kraft-Dynamik, force-dynamics. Nach Talmy treten in einem Bewegungsereignis folgende semantische Komponenten auf: * motion (Motion) als Ausdruck der Bewegung, als die Tatsache der Bewegung, * figure (Figur) als Ausdruck des sich bewegende Objekts, * ground (Grund), als Ausdruck des Hintergrunds, vor dem eine Bewegung stattfindet, * path (Weg) als Ausdruck der Richtung bzw. des Weges, den die Figur (Objekt) hinsichtlich eines Hintergrundes nimmt. Zusätzlich können in einem Co-Ereignis zwei weitere Komponenten auftreten: * manner (Art und Weise) als Ausdruck für die Art und Weise der Bewegung, * cause (Ursache) als Ausdruck für die Ursache bzw. den Verursacher der Bewegung. Während die motion oder Bewegung sich ausschließlich mit dem Verb realisiert, kann der path oder Weg entweder im Verb (Verb-framed Language) oder außerhalb des Verbs (satellite-framed languages) lexikalisiert werden.
Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA
Discovered by embedding cosine similarity (sentence-transformers MiniLM, 384-dim).