Geschlechtsidentitätsstörung (GIS, englisch gender identity disorder, kurz GID) ist eine psychologische oder medizinische Diagnose für Personen, die sich nicht mit dem ihnen bei Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren können. In der seit 2022 geltenden Version ICD-11 ändert sich die Diagnose zu „geschlechtsspezifische Abweichung“ zu gender incongruence. Bereits im Jahr 2013 ersetzte die Amerikanische psychiatrische Gesellschaft (APA) in ihrem Handbuch DSM-5 die Diagnose gender identity disorder durch gender dysphoria („Geschlechtsdysphorie“). Transgender-Personen gelten nach dem DSM nicht als gestört, ebenso nichtbinäre oder genderfluide (gender nonconforming) oder schwule oder lesbische Personen. Der Weltverband für Transgender Gesundheit (WPATH) wies schon 2010 ausdrücklich darauf hin, dass eine Störung oder Erkrankung nicht den Menschen oder seine Identität beschreibe, sondern etwas, mit dem der Mensch möglicherweise zu kämpfen habe. Transsexuelle, transgender und geschlechts-nichtkonforme Personen gelten demnach nicht als grundsätzlich gestört. Vielmehr sei es das Leiden unter einer eventuell auftretenden Geschlechtsdysphorie, die diagnostiziert und behandelt werden könne. Da eine „anhaltende Geschlechtsdysphorie im Kindes- und Jugendalter häufig mit sozialer Ausgrenzung und psychiatrischen Komorbiditäten wie Depressionen sowie selbstverletzendem und suizidalem Verhalten“ einhergehe, sei, so Annika Specht und ihre Co-Autoren „eine adäquate Betreuung der Betroffenen ausgesprochen wichtig“.
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Discovered by embedding cosine similarity (sentence-transformers MiniLM, 384-dim).