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Gertrud Seele

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German nurse (1917–1945)

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Gertrud Seele | Stolpersteine in Berlin

stolpersteine-berlin.de →

Auf der Seite „Stolpersteine Finden“ bieten wir eine Karte an, die über Maptiler eingebunden wird. Die Arbeitergroßfamilie Seele zieht 1932 aus der Neuköllner Flughafenstraße in die Parchimer Allee. Gertrud ist eines von zwölf Kindern der Sozialdemokraten Ferdinand und seiner Frau Luise. Kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kommt Gertrud, die zunächst die Rütli-, dann die Elbe-Aufbauschule in Neukölln besucht, in Konflikt mit den neuen politischen Verhältnissen. Die mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattete selbstbewusste junge Frau wird der Elbe-Schule verwiesen, da sie sich spöttisch gegenüber ihrem vormals sozialdemokratischen, nun nationalsozialistisch eingestellten Rektor äußert. Gertrud wird in den kommenden Jahren zur Krankenschwester ausgebildet, legt später auch ein Fürsorgeexamen ab und unterstützt ihren Bruder Paul bei der Hilfe verfolgter jüdischer Menschen, die in ihrer unmittelbaren Nähe leben. Im Jahr 1941 kommt Gertruds Tochter Michaela zur Welt. Nach den wochenlangen schweren Luftangriffen auf Berlin wird Gertrud Seele auf einen Landwirtschaftsbetrieb in der Lausitz evakuiert. Sie bringt ihre Tochter dort zunächst in Sicherheit, hilft auf dem Feld und kommt in Kontakt mit Nachbarn und weiteren Landarbeitern. Gegenüber ihrer Umgebung macht Gertrud Seele in den nächsten Wochen keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen den Krieg und die nationalsozialistische Regierung. Als sie im Januar 1944 erneut in den Ort reist und in drastischen Worten schildert, wie es der Bevölkerung in der Stadt ergeht, entzündet sich ein Streit mit der Landwirtin. Gertrud Seele wird verhaftet und kommt für viele Monate ins Gefängnis. Im Oktober 1944 erhebt der Oberreichsanwalt Anklage wegen „gehässiger und kriegshetzerischer Äußerungen, Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung“. Am 6. Dezember 1944 verhängt der Volksgerichtshof in Potsdam, gestützt auf eindeutige Zeugenaussagen, das Todesurteil über Gertrud Seele. Ein Gnadengesuch wird abgelehnt. Das Urteil wird am 12. Januar 1945 in Plötzensee vollstreckt. Alle Texte und Bilder auf dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht ohne Erlaubnis des/r Rechteinhaber in verwendet werden.

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Wikidata facts

Instance of
human
Given name
Gertrud
Gender
female
Citizenship
German Reich
Place of birth
Berlin
Place of death
Plötzensee Prison
Languages spoken
German
Residence
Britz
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Commons category
Gertrud Seele
date of birth
1917-09-22
date of death
1945-01-12
manner of death
capital punishment
Sources (3)

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Available in 4 languages

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