Ein Piratenkodex war ein Vertrag oder Verhaltenskodex von und für Piraten. Normalerweise hatte jedes Piratenschiff einen eigenen Kodex, der grundsätzliche Verhaltensregeln, Disziplinarmaßnahmen, Regeln für die Verteilung der Beute und Entschädigungen verletzter Crewmitglieder festschrieb. Es gab allerdings teilweise auch allgemein anerkannte Grundsätze, die von vielen Piraten eingehalten wurden. Ein Beispiel dafür ist die geordnete und streng hierarchisch aufgebaute Piraten-Organisation unter den Chinesen und Zheng Yisao Anfang des 19. Jahrhunderts. Zu beachten ist jedoch, dass diese Regeln nicht mit einem Ehrenkodex oder ähnlichen festen Grundsätzen, wie sie in der Populärkultur dargestellt werden, zu vergleichen waren – vielmehr handelte es sich zumeist um eine Art Disziplinarrecht bzw. Arbeitsvertrag, den die Crew einging, um geregelte Abläufe und eine gewährleistete Entlohnung erwarten zu können. Nicht zu verwechseln sind Piratenkodizes außerdem mit den Kaperbriefen, die von der Regierung an Freibeuter ausgestellt wurden und diese zur Einhaltung von Gesetzen und Kriegsregeln verpflichteten.
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