Brancacci Chapel
Sign in to saveAlso known as Brancacci Chapel of Santa Maria del Carmine
chapel in the Church of Santa Maria del Carmine in Florence, Italy
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Kur gegen Viehtrank - DER SPIEGEL
Ein Engel wie eine rosa Wolke, schneebedeckte Berge und voluminöse Körper: Nach vier Jahren Restaurierung bieten die Fresken der Florentiner Brancacci-Kapelle einen neuen, leuchtenden Anblick. *
spiegel.de →Dieser Ausdruck wurde am 17.07.2026 erstellt und ist ausschließlich für den persönlichen Gebrauch lizenziert. Andere Nutzungen verletzen das Urheberrecht Das schirmende Laubwerk ist gefallen, unbeschönigt nackt gehen Adam und Eva aus dem Paradies. Richtige Feigenblätter waren es ohnehin nicht, die dem vertriebenen Urelternpaar die Blößen bedeckten. Nur ein Phantasiegezweig, in unsolider Technik nachträglich appliziert, tat der Prüderie Genüge. Es zu entfernen lag nahe und war einfach. Dieser Strip nach dem Sündenfall ist die augenfällig-krasseste, doch keineswegs die wichtigste oder gar einzige Enthüllung, die auf das Publikum wartet, wenn demnächst ein Hauptwerk abendländischer Malerei wieder zur Besichtigung freigegeben wird: der Freskenzyklus der sogenannten Brancacci-Kapelle in der Florentiner Kirche Santa Maria del Carmine. Was die toskanischen Künstler Masaccio und Masolino dort in den 1420er Jahren an die drei Wände gemalt haben und was ihr Nachfolger Filippino Lippi sechs Jahrzehnte später beendete, das tritt, nach gründlicher Restaurierung, nun mit derartiger Leuchtkraft und plastischer Klarheit hervor, wie man es schwerlich ahnen konnte. Die Szenen aus dem Leben des Apostels Petrus nebst zwei Adam-und-Eva-Bildern offenbaren Einzelheiten, die unter Staub, Ruß und Schimmel völlig verschwunden waren. Daneben sind Reste zerstörter Darstellungen und, unvermutet, von malerischem Dekor gefunden worden - Puzzlestücke zur Rekonstruktion eines verlorenen Urzustands. Der Überraschungseffekt kommt dem Schock nahe, den die Freilegung der Michelangelo-Fresken in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans mit ihrer manieristischen Helligkeit und Buntheit bei vielen Betrachtern auslöst. Und den Sixtina-Fresken ist die Bilderfolge der Brancacci-Kapelle auch an kunsthistorischer Bedeutung zu vergleichen. Mit perspektivischen Raumentwürfen und lebenswahren Figuren ist hier das malerische Programm der Frührenaissance verwirklicht, großartig und folgenreich wie nirgends sonst. Neben vielen anderen Künstlern suchte Michelangelo die Kapelle auf, um sich, durch freies Abzeichnen, vor allem an den voluminösen, ausdrucksstarken Gestalten des jung gestorbenen Genies Masaccio (1401 bis 1428) zu inspirieren. Was ihn damals anregte, war zuletzt nicht nur großenteils dem Blick entzogen, sondern auch in akuter Gefahr. Die 1984 begonnenen, jetzt abgeschlossenen Reinigungsarbeiten - geplant von Italiens zeitweiligem Oberrestaurator Umberto Baldini, von seiner Frau Ornella Casazza an Ort und Stelle geleitet und von der Firma Olivetti generös bezahltdienten zugleich dem Zweck, die Fresken gegen drohenden Verfall zu sichern. Zu Anfang dieses Jahrhunderts nämlich hatten Restauratoren die Kapellenwände mit einer ei- und kaseinhaltigen Mixtur überstrichen. Dieser »beverone« (Viehtrank) begann, so Ornella Casazza, stellenweise abzublättern und Farbpartikel mitzunehmen, vor allem an der kälteren, feuchteren Außenwand, wo sich auch Salzausblühungen und Schimmelflecke verbreiteten. Eine hier erstmals für Freskomalerei angewandte Speziallösung erlaubte der Restauratorin ein »Vorgehen in Stufen«. Statt den Schmutzfilm wegzuwaschen (und dabei vielleicht, mit unkalkulierbarer Wirkung, in den Wandputz einzudringen), wandelt dieses Mittel ihn in Gelatine um, die dann mit Wattebäuschen abgeschabt werden kann. Geduldig schabend, bei schrittweise wachsender Vertrautheit mit den Wandbildern auch stets imstande, die Arbeit zu stoppen, brachten Frau Casazza und ihre Helfer eine bemerkenswert gut erhaltene Malerei zutage. Fehlstellen waren auf kleine, nicht sehr auffällige Partien beschränkt, und die erstaunliche Leuchtkraft der Farben war vielfach auch dort erhalten, wo die Maler statt auf den frischen Putz ("al fresco") weniger haltbar auf den trockenen ("al secco") gemalt hatten - beim Himmelblau und beim gelben Mantel des Apostels. Ein kühles helles Kolorit umstrahlt die Szenen nun. Wie eine rosa Abendwolke schwebt der Engel heran, der Adam und Eva aus dem Para
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Wikidata facts
- Part of
- Santa Maria del Carmine
- Religion
- Catholic Church
- Country
- Italy
- Located in
- Florence
- Area
- 700
- Employees
- 1
- Main subject
- medieval art
- Movement
- Early Renaissance
- Location
- Oltrarno
- Official website
- cultura.comune.fi.it/pagina/musei-civici-fiorentini/cappella-brancacci-santa-maria-del-carmine
- Image
- Brancacci color.jpg
Show 18 more facts
- described at URL
- cultura.comune.fi.it/system/files/2018-11/CB_Depliant_ita.pdf
- Commons category
- Brancacci Chapel
- Commons Institution page
- Cappella Brancacci, Santa Maria del Carmine, Florence
- Commons gallery
- Brancacci Chapel
- native label
- Cappella Brancacci
- street address
- Piazza Del Carmine 14, 50124 Firenze
- inception
- 1990-01-01
- phone number
- +39-055-238-2195
- email address
- mailto:[email protected]
- fax number
- +39-055-284487
- postal code
- 50124
- Christian liturgical rite
- Roman Rite
- name
- chapel of the Brancacci family
- visitors per year
- 18905
- Wi-Fi access
- no
- has facility
- library
- collection or exhibition size
- 50
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