Schadensminimierung
Sign in to saveAlso known as harm minimization
range of public health policies designed to lessen the negative social and/or physical consequences associated with various human behaviors
Research
18,534 papers- Harm Reduction in Sexual Medicine.Sexual medicine reviews · 2022
- Harm Reduction: Not Dirty Words Any More.The Psychiatric clinics of North America · 2022
- Harm Reduction and Substance Use in Adolescents.Primary care · 2024
- Harm reduction and tobacco smoking.Casopis lekaru ceskych · 2024
- Harm reduction in tobacco control: where do we draw the line?Journal of public health policy · 2022
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Schadensminimierung, -reduzierung oder -minderung (engl.: harm minimization bzw. -reduction) stellt ein Konzept dar, das die Abnahme der mit einem Drogenkonsum oder Pathologischen Spielen verbundenen Risiken und Gesundheitsgefährdungen zum Ziel hat. Unter den Begriff Schadensminimierung fallen Maßnahmen, die diese Risiken senken, ohne dass sie unmittelbar oder unbedingt zur Substanz- bzw. Impulsfreiheit beitragen müssen. Schadensminimierung steht für das Konzept, Drogenabhängigen über einen niederschwelligen Zugang zu Behandlungseinrichtungen ohne besondere Vorbedingungen Hilfestellungen anzubieten. Ziel ist eine Verbesserung des körperlichen und psychischen Zustands sowie der sozialen Situation, die eine erhöhte Kriminalitätsrate sowie Arbeits- und Obdachlosigkeit bis hin zur Verelendung beinhalten kann. Zunehmend wird erkannt, dass Schadensminimierung sich nicht auf die Probleme des einzelnen Konsumenten beschränken kann, sondern auch politische Lösungen zum Wohl der Gesellschaft erfordert. Verglichen mit der Normalbevölkerung führen das Leben in der Drogenszene (mit Vernachlässigung, sozialer Marginalisierung, Disstress, Delinquenz, Obdachlosigkeit), indirekte Gesundheitsschäden sowie die häufig nachweisbaren Begleiterkrankungen zu einer um das 10-63fache erhöhten Sterblichkeit. Dabei sind Überdosierungen, Gewalttaten und Verletzungen, Leberzirrhosen (durch Hepatitis B, C und Alkohol), AIDS sowie Endokarditiden und andere bakterielle Infektionen für den größten Teil der Übersterblichkeit verantwortlich zu machen. Die Rate an Suiziden ist gegenüber der gleichaltrigen Normalbevölkerung um das 14fache erhöht. Das Konzept der Schadensminimierung beschränkt sich nicht auf bereits eingetretene Schäden, sondern versucht auch, im Sinne einer Schadensverhinderung zu den vorhandenen Problemen keine weiteren hinzutreten zu lassen. Dies geschieht über Beratung zu Wirkungen und Nebenwirkungen der konsumierten Substanzen, vereinzelt auch Testen der im Umlauf befindlichen (illegalen) Substanzen (wie durch ), Informationen zu „Safer Sex“ und Ausgabe von Kondomen, Bereitstellung steriler Nadeln (Spritzentausch) für den intravenöser Substanzkonsum in Behandlungsstellen oder über Spritzen- und Nadelautomaten, Impfprogramme, Angebote zu ärztlicher Untersuchung und Betreuung, Essensausgabe und mehr. Schadensminimierung steht dem Prinzip der „Null Toleranz“ (engl.: „zero tolerance“) – in Australien vor allem mit der Forderung nach einem raschen Entzug mittels schneller Entgiftung mit Naltrexon – diametral entgegen. Ein direkter Vergleich beider Herangehensweisen ist bislang wissenschaftlich noch nicht untersucht worden.
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