Also known as kotoba-gari, word hunt, word hunting
Art von Tabu
Der japanische Ausdruck Kotobagari (言葉狩り „Wortjagd“) beschreibt das Bestreben, Wörter zu vermeiden, die in der japanischen Sprache als politisch inkorrekt angesehen werden. So vermeiden die meisten japanischen Medien Begriffe wie rai (癩 „Aussätziger“), mekura (盲, „Blinder“), tsunbo (聾 „Tauber“), oshi (唖 „Taubstummer“), kichigai (気違い oder 気狂い „Verrückter“), tosatsujō (屠殺場 „Schlachthaus“) oder hakuchi (白痴 „Trottel/Idiot“). Als Fall der sogenannten Euphemismus-Tretmühle kann etwa der Bezeichnungswandel für den Hausmeister an japanischen Schulen angesehen werden, kozukai-san (小使いさん „Person, die einer lästigen Pflicht nachkommt“): Man sah darin eine Abwertung und ersetzte den Begriff durch yōmuin (用務員 „Fachmann“). Inzwischen gilt yōmuin seinerseits als abwertend, so hat man auf den Begriff kōmuin (校務員 „Schul-Fachmitglied“) oder kanrisagyōin (管理作業員 „Schulwart“) verschoben. Zu weiteren als unakzeptabel erachteten Wörtern zählt hyakushō (百姓) für Bauer, das durch nōka (農家) ersetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg empfand man das Wort Shina (支那) für China (geschrieben in Kanji) als abwertend und ersetzte es weithin durch das japanische Chūgoku (中国) oder durch Shina (geschrieben in Katakana) (シナ). In den 1960er Jahren sah man eine Verbindung des chinesisch-japanischen Wortes Mōko (蒙古) für „Mongole“ mit der Bezeichnung für eine „dumme, ignorante oder unreife“ Person (siehe „mongoloid“), so dass die ethnische Gruppe nun in Katakana Mongoru (モンゴル) genannt wird.
Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA
Discovered by embedding cosine similarity (sentence-transformers MiniLM, 384-dim).