Konzept der marxistischen Geschichtswissenschaft
Militärdemokratie ist ein Konzept der marxistischen Geschichtswissenschaft. Es beschreibt eine vorstaatliche Form der Organisation von historischen Gesellschaften, die sich im kriegerischen Dauerkonflikt mit ihren Nachbarn befanden. Diese Form der Gesellschaftsorganisation ist durch einen gewählten (und damit absetzbaren) Heeresführer, eine ihn wählende Volksversammlung der Freien und einen Ältestenrat gekennzeichnet. Wahlberechtigt ist nur, wer seine Waffen mit sich führt. Die militärischen Führer rekrutieren sich nicht nach Kriterien der Blutsverwandtschaft oder Stammeszugehörigkeit, sondern werden aufgrund ihrer militärischen Verdienste und wegen ihres bedingungslosen Gehorsams gegenüber dem obersten Führer ausgewählt. Der alte Stammesadel der Gentilgesellschaft ist in diesen Gesellschaften hingegen weitgehend entmachtet. Vor allem von der sowjetischen Geschichtsschreibung wurde die Militärdemokratie zeitweise auch als gesellschaftliche Epoche im Übergang von der Gentilgesellschaft zum politisch verfassten Staatswesen angesehen.
Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA
via Wikidata sitelinks · CC0
Discovered by embedding cosine similarity (sentence-transformers MiniLM, 384-dim).