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Gilded Age

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Also known as Gilded USA

wirtschaftliche Blütezeit der USA nach dem Ende des Sezessionskriegs 1865

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The Bosses of the Senate by Joseph Keppler.jpg
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1870-00-00
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1900-00-00
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Category:Gilded Age
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Gilded Age
Sources (3)

via Wikidata · CC0

Article · Deutsch

Gilded Age ist die Bezeichnung für die wirtschaftliche Blütezeit in den USA, die dem Sezessionskrieg folgte. Der Ausdruck Gilded Age („Vergoldetes Zeitalter“, also nicht etwa Goldenes Zeitalter) wurde von Mark Twain geprägt. Er bezieht sich darauf, dass diese Zeit zwar nach außen hin eine Zeit wirtschaftlichen Aufschwungs und technologischen Fortschritts war, aber zugleich auch mit großer Armut, vor allem in den Städten, und politischer Korruption auf allen Ebenen verbunden war. Während dieser Zeit wandelten sich die bisher eher agrarisch und ländlich geprägten Vereinigten Staaten durch Industrialisierung und rasches Wachstum der Städte zu einer modernen Industriegesellschaft. In dem bisher eher egalitären Land entstanden gewaltige soziale Unterschiede. Anfang und Ende des Gilded Age sind unscharf. Als Beginn der Periode gelten die 1870er-Jahre; häufig wird das Ende der Reconstruction nach dem Sezessionskrieg, das durch den Abzug der nördlichen Besatzungstruppen aus den Südstaaten 1877 markiert wird, als Anfangszeitpunkt genommen. Als Ende der Periode gilt die Wende zum 20. Jahrhundert, als neue politische und soziale Themen in den Vordergrund gestellt wurden. Diese Zeit bis zum Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg 1917 wird als Progressive Era („Progressive Ära“) bezeichnet. Das Gilded Age war von einer großen Anzahl von Erfindungen geprägt. In den Jahren 1860 bis 1890 wurden über 500.000 neue Patente, zum Beispiel für das Telefon, angemeldet. Dies waren zehnmal so viele wie in den vorangegangenen 70 Jahren. Die Eisenbahn ersetzte die Flussschifffahrt als wichtigstes Verkehrsmittel, die erste Transkontinentale Eisenbahn wurde 1869 eröffnet. In das Gilded Age fällt auch der Aufstieg von Andrew Carnegie (Stahlindustrie), John D. Rockefeller (Ölindustrie), Cornelius Vanderbilt (Eisenbahnunternehmen) und John Pierpont Morgan (Investmentbanking) als vermögendste und einflussreichste Unternehmer („Tycoons“) der Vereinigten Staaten. In dieser Zeit erfolgte eine millionenfache Einwanderung in die Vereinigten Staaten. So kamen zwischen 1865 und 1890 über 10 Millionen Immigranten vor allem aus Nord- und Westeuropa und zwischen 1890 und 1920 ca. 16 Millionen überwiegend aus Osteuropa. Durch Einwanderung und Binnenwanderung (nicht zuletzt aus dem verarmten Süden) entstanden Armenviertel wie die Five Points in New York City. Die politische Korruption war auf allen Ebenen enorm, die Parteien wurden vor dem Hintergrund des Spoils system („Beutesystem“) in erster Linie als Verteilungsmaschinerie für Pfründe betrachtet. Dies geschah privatwirtschaftlich unter anderem in Verbindung mit dem Ausbau der Eisenbahn in den Vereinigten Staaten und den damit einhergehenden Landzuweisungen und -verkäufen aber auch Aktiengeschäften. Hier ist als Beispiel das Kreditinstitut zu nennen, das offiziell den Bau der Union Pacific Railroad finanzierte, aber tatsächlich als Frontorganisation Bestechungsgelder verteilte. Die Affären in diesem Zusammenhang begannen schon in der von Korruptionsskandalen überschatteten Präsidentschaft Grants und setzten sich in den folgenden Jahrzehnten fort. Bis heute bekannte Beispiele für politische Ämterpatronage und Klientelismus im öffentlichen Dienst waren im Bundesstaat New York die demokratische Seilschaft um die Tammany Hall sowie das Netzwerk der republikanischen Stalwarts („Feste, Starke, Mutige“) um die Zollbehörde im New Yorker Hafen. Auf nationaler Ebene dienten vor allem der United States Postal Service und das Innenministerium zur Postenverteilung im Spoils system. Beginnend mit dem auf einem politischen Kuhhandel (Kompromiss von 1877) basierenden Sieg von Rutherford B. Hayes bei einem der umstrittensten Präsidentschaftswahlergebnisse der amerikanischen Geschichte, verloren die Präsidenten an Einfluss gegenüber dem Kongress und insgesamt an Exekutivgewalt im Vergleich zu Abraham Lincoln. Sie konnten nur wenig politische Impulse setzen und sich nicht mehr als eine Periode im Amt halten (die einzige Ausnahme, Grover Cleveland, hatte seine beiden Amtszeiten als bis heute einziger Präsident nicht unmittelbar hintereinander). Einen neuen Stil brachten erst die Präsidentschaften William McKinleys und vor allem Theodore Roosevelts. In Anlehnung an eine Erzählung von Thomas Wolfe werden die sich ähnelnden Hayes, James A. Garfield, Chester A. Arthur und Benjamin Harrison auch als die vier verlorenen Präsidenten bezeichnet. In Mitteleuropa entspricht diese Periode der Gründerzeit, die zeitlich allerdings etwas früher anzusetzen ist.

Abstract from DBpedia / Wikipedia · CC BY-SA

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