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Lilli Henoch

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Lilli Henoch

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German track and field athlete (1899–1942)

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Person

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Lilli Henoch | Stolpersteine in Berlin

stolpersteine-berlin.de

Auf der Seite „Stolpersteine Finden“ bieten wir eine Karte an, die über Maptiler eingebunden wird. Lilli Henoch war eine der bekanntesten deutschen Sportlerinnen der Weimarer Republik. Lilli Margarethe Rahel Henoch war als zweite Tochter des Kaufmanns Leo Henoch und seiner Frau Rose am 26. Oktober 1899 in Königsberg (heutiges Kalinigrad) in einem großbürgerlichen Elternhaus zur Welt gekommen. Ihre ältere Schwester Suse war 1898 geboren, der jüngere Bruder Max zu Beginn des Jahres 1910. Zwei Jahre später, 1912, verstarb der Vater. 1919 zog die jung verwitwete Mutter mit den Kindern nach Berlin. Hier heiratete sie den Versicherungsdirektor Mendel Mendelsohn. Mutter, Stiefvater und die drei Geschwister bezogen nun eine großzügige Wohnung im Bayerischen Viertel in der Haberlandstraße 11 (heute: Treuchtlinger Straße 5). Lilli, nach Aussage ihrer Schwester von klein auf eine leidenschaftliche Sportlerin, trat bald nach dem Umzug dem Berliner Sport-Club bei. Dieser hatte gerade eine Damenabteilung gegründet und gehörte zu den renommiertesten Sportvereinen Deutschlands. Hier begann die beispiellose Karriere der jungen Sportlerin, die sie an die Weltspitze führen und zu einer Protagonistin des deutschen Frauensports machen sollte. Schon 1921 verlieh ihr der BSC als erster Frau seine höchste Auszeichnung, den „Goldenen Adler“, das Vereinsemblem. Lilli Henoch war für ihren Verein außerordentlich erfolgreich: Zwischen 1922 und 1926 wurde sie zehnfache Deutsche Meisterin in den Disziplinen Kugelstoßen, Diskuswurf, Weitsprung und mit der 4-mal-100-Meter-Staffel des BSC. Dabei stellte sie vier Weltrekorde auf und zählte darüber hinaus auch in den Mannschaftssportarten Hockey und Handball zur Elite. Jenseits ihrer sportlichen Leistungen übernahm sie beim BSC mehr und mehr ehrenamtliche Aufgaben in der Organisation. Im Januar 1933, am Vorabend der nationalsozialistischen Machtübernahme, war sie gerade zur Vorsitzenden der gesamten Damenleichtathletikabteilung gewählt worden. Die Freude über diese Ehre währte indes nur kurz: Lilli Henoch war Jüdin und wurde aus diesem Grund noch im August desselben Jahres trotz all ihrer Verdienste aus dem Verein ausgeschlossen. Da sie nicht ohne sportliche Herausforderung sein wollte, trat sie dem „Jüdischen Turn- und Sportclub 1905“ bei. Hier baute sie die Handball-Mannschaft auf, die sich unter ihrer Leitung zu einer der besten im jüdischen Sportbereich entwickelte. Angebote aus den USA und den Niederlanden, dort als Trainerin zu arbeiten, schlug Lilli Henoch aus. Seit 1933 arbeitete sie in der Jüdischen Volksschule in der Rykestraße (Prenzlauer Berg) als Turnlehrerin, sie gehörte zu den wenigen diplomierten Turnlehrerinnen der Zeit und war lange die einzige Fachkraft an der Schule. Sie erteilte dort sowohl Jungen wie Mädchen Unterricht. Erst als die Schülerzahl durch die Ausgrenzung der jüdischen Schüler an den öffentlichen Schulen immer weiter anwuchs, wurde für die Jungen ein weiterer Sportlehrer eingestellt. Einmal im Jahr fand auf dem der Jüdischen Gemeinde gehörenden Sportplatz im Grunewald ein überregionales Schulsportfest statt, das bei Kindern und Eltern sehr beliebt war. Lilli Henoch spielte dabei eine tragende Rolle. Auf Grund ihrer fachlichen Qualifikation und ihrer langjährigen Erfahrung war sie bei der Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung immer in führender Position tätig, letztmals im Sommer 1938. Nach dem Novemberpogrom konnte der Sportplatz nicht mehr benutzt werden, da er beschlagnahmt worden war. Bis zur Schließung der Schule in der Rykestraße am 30. Juni 1942 war Lilli Henoch dort weiterhin als Sportlehrerin tätig, danach war sie Erntehelferin in dem mittlerweile der SS unterstellten ehemaligen Auswandererlehrgut Neuendorf bei Fürstenwalde. Sie lebte noch immer mit ihrer Mutter zusammen, seit Mai 1941 zur Untermiete in der Kleiststraße 36 bei Frau Askenaze in einer Judenwohnung. Zuvor hatten sie ihre frühere Wohnung im Bayerischen Viertel mit vier jüdischen Untermietern

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Gedenktafel Askanischer Platz 6 (Kreuz) Lilli Henoch.jpg
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Lilli Henoch
date of birth
1899-10-26
date of death
1942-09-08
name in native language
Lilli Henoch
Sources (2)

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