Also known as Abū Muḥammad Sahl al-Tustarī, Sahl al-Tustarī, Sahl Shushtarī
irakischer Sufi und Koranexeget
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Sahl ibn ʿAbdallāh at-Tustarī (arabisch سهل بن عبد الله التستري; geboren wahrscheinlich 818 in Schuschtar, gestorben 896 in Basra) war ein irakischer Sufi und Koranexeget. Tustarī war bekannt mit dem einflussreichen Mystiker Dhū’n-Nūn al-Miṣrī und zeitweise ein Lehrer von Hallādsch. Seine Lehre, die sich größtenteils aus seinem Korankommentar erschließen lässt, stellt sich als Ineinandergreifen verschiedener Konzepte von Kosmologie, Aufbau der menschlichen Seele und spiritueller Praxis dar. Tustarīs Kosmologie geht von der Grundannahme aus, im Propheten Mohammed komme göttliches Licht vor, welches auf den Rest der Menschheit in verschiedenen Formen ausstrahle. Am Anfang der Zeit schließt Gott einen Vertrag mit der Menschheit, welcher diese verpflichtet, den Geboten Gottes zu folgen. Dem Menschen wird dies durch die ihm innewohnende dunkle Seite der Seele (nafs) erschwert, welche ihn stets zum Bösen treibt. Demgegenüber stehen die positiven inneren spirituellen Kräfte, wie das Herz (qalb), die geistige Seele (nafs ar-rūḥ) und der Intellekt (ʿaql), mittels derer der Mystiker in Kontakt zum Göttlichen kommen kann. Hierzu sind bestimmte Lebensweisen erforderlich, wie der Verzicht auf irdische Genüsse, die Achtung des Koran und der Sunna sowie das Bekenntnis zur Einheit Gottes (Tauhīd) und das alleinige Vertrauen auf Gott. Dies mündet in der Praxis des Dhikr, der stetigen Wiedererinnerung des Prinzips Gottes durch den Mystiker. Auf der höchsten Stufe des mystischen Weges ist es dem Mystiker möglich, Gott selbst zu erfahren. Durch diese Erfahrung erlangt der Mystiker die Sicherheit, dass er von Gott aufgenommen wird. In der jenseitigen Welt wird der Mystiker in der permanenten Präsenz Gottes leben.
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